Dienstag, 30. Oktober 2012

Herbst

Ein paar Herbstimpressionen von besseren Oktobertagen zum Aufwärmen;) Strünkede und Umgebung:










Mittwoch, 24. Oktober 2012

Störung entriegeln

Das Internet ist zu einer Erfindung geworden, die unverzichtbar geworden ist. Mit allen positiven und negativen Auswirkungen. Technische Verblödung geht einher mit Fortschritt. Sobald etwas als selbstverständlich gilt, hat es auch zu funktionieren, wenn das nicht der Fall ist, herrscht dunkle Unwissenheit und Verzweiflung.
Dann hilft nur der Griff zu den gelben Seiten oder zu der fachkundigen Meinung eines Experten aus der näheren Umgebung. In Ermanglung der Zugriffsmöglichkeit auf die Google-Allwissenschaftsmaschinerie müsste man sich der reaktionären Telefontechnologie zu bedienen. Eine Erfahrung, die einen Tag und viele Nervenzellen kosten kann. Der Draht zur Welt steht wieder und ich  habe - mit einiger Hilfe - doch noch viel über Router, DSL und Netzwerkkonfiguration gelernt. Der Weg zur Erkenntnis ist manchmal steinig und von Flüchen über Stolperfallen begleitet. Im Nachhinein trägt man es in der Regel mit Humor und einer kopfschüttelnden Haltung gegenüber der eigenen Ungeduld.

Das nächste Mal, liebe Hersteller, integrieren sie doch bitte etwas in der Art:


Dienstag, 23. Oktober 2012

Round 3 - and fight!

Eine Studie über Englisch und Rhetorik, nachdem das Archäologie-Seminar am Morgen unangekündigt - angeblich war eine E-Mail im Umlauf. Man munkelt, aber anscheinend hat sie ihr Ziel mehrfach nicht erreicht - ausgefallen ist.

Obama hat die Argumente in der Hand. Romney setzt auf Phrasendrescherei und den Blick des christlichen Unschuldslamms. Man sollte meinen moderner Wahlkampf sollte über diese billigen Ear- und Eye-catcher erhaben sein. Offensichtlich, wer besser für das Amt des US-Präsidenten geeignet ist.

Obama 4 President:)


Sonntag, 21. Oktober 2012

Buchmesse - Fotos

So mit einiger Verspätung die Fotos von der Frankfurter Buchmesse, die ich letzte Woche Samstag besucht habe;)







Samstag, 20. Oktober 2012

Fragmente: Traum


Der Strand zieht sich in einer dünnen Line zum Horizont. Weißer Schaum schwimmt in der Brandung. Treibgut, halb im Sand vergraben zeichnet die Küstenlinie nach. Hinter mir Felsklippen, ein prähistorisches Riff aus erodiertem Kalkstein. Chaotische Muster aus eckig splitterten Mineralien. In der Ferne geht die Sonne unter und ich frage mich, ob ich diesen Ort verlassen sollte. So kurz vorm Ziel und so nah am Scheitern. Ich hätte hinausfahren sollen, doch etwas hält mich zurück. Etwas muss noch erledigt werden.

Ich sehe hinaus in die Ferne. Sanfte Wellen. Die dunkle Oberfläche kräuselt sich im Licht der untergehenden Sonne. Dort draußen liegt das Ziel. Ich rieche die frische Seeluft und schmecke das Salz. Im Sand wird eine Muschelschale freigespült. Sanft rosa schimmernd zwischen feuchten Kieseln und einem Algenstrang. Ich betrachte sie eine Weile, nehme mir die Zeit ihre Farben zu bewundern, ihre Form zu fühlen. Haben wir das nicht seit jeher getan? Versucht die Welt zu verstehen? Sie in abstrakte Gedankenkonstrukte übertragen, diese erweitert und verworfen. Ihnen Namen gegeben, Formeln, Zahlen, Masse. In meiner Hand fühlt sich die Schale kalt an, ihre Ränder sind scharf geschnitten, die gebogene Oberfläche gerippt wie ein Wellblechdach. Wo die Rillen in einem Knoten zusammenlaufen zwei eckige Flügel die an versteinerte Flossen erinnern. Mein Gehirn fügt die einzelnen Informationen zu einem Bild zusammen, das katalogisiert und mit den Erinnerung meines Verstand abgeglichen wird. Das automatisierte Lösen eines Puzzles. Teil für Teil. Unsere Welt wird in unserem Gehirn zusammengesetzt. Sinn für Sinn. Teil für Teil.

Meine Schritte hinterlassen Spuren im feuchten Sand. Ich bin alleine in dieser Welt und genieße die Stille, lausche dem Takt, der in meiner Brust schlägt, und der Musik des Wassers. Frei von Regeln, frei von Schmerz, frei von Gier. Doch etwas fehlt und mein Herz pocht während ich an meine Feuerstelle zurückkehre um nachzudenken.

Zitat der Stunde

"Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie."

Aldous Huxley


wohl wahr, wohl wahr ...

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Fenrir

Achja das Alter. Mein Vater ist heute Fünfzig geworden. Fünfzig Jahre, in denen ich viel von ihm lernen konnte, vor allem was die bildende Kunst und die Fotografie angeht, aber auch in anderen Lebensbereichen. Eine gute Gelegenheit einmal ein wenig Werbung für seinen Blog zu machen. Wer polemische Politiksatire, Tierfotografie und 3D-Art mag, wird sich dort sehr wohl fühlen. Nur zu empfehlen;)

http://fenrirxxl.blogspot.de/

Als Tribut poste ich mal eins meiner aktuelleren Bilder:)


Wenn sich jemand fragt, was "Kami" oben rechts bedeutet, den kann ich nur um Geduld bitten. Die Magierin spielte schon einmal die Hauptrolle in ein paar Kurzgeschichten und wird sich in meiner nächsten Geschichte wiederfinden, wenn ich mein aktuelles Projekt abgeschlossen habe (was sich momentan wegen der Zeichnerei ein wenig schleppt und studieren muss man ja auch irgendwie nebenbei), indem sie allerdings für das aufmerksame Auge einen Kameoauftritt haben wird:D

PS: Die Skizze stammt natürlich nicht aus der Zukunft, sondern müsste am 14. entstanden sein.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Haiku

Ich mache ja gerne kleine Genre-Exkurse. Crossover-Reisen. Heute mal ein Ausflug in die japanischen Kurzgedichte:D



Stand am Strand

Spiegel um mich zersplittert

Sehe Schönheit in der Welt verschlossen

Sehe Zerstörung offen.


Nein, ich bin nicht depressiv, die Zeilen sind neulich in der UBahn eingefallen und ich fand sie passen zueinander;)

Freitag, 12. Oktober 2012

Halloween die 2.

Erst einmal monoton eingefärbte Skizze abfotografiert von der Vergrößerung im A3-Format:)


Bin ich schon zufriedener mit als mit meiner ersten Photoshop-Coloration :D

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Happy Halloween



Hexen-Pin-Up-Skizze zum Thema Halloween, die ich vorhabe über ein Raster auf A3 zu vergrößern und dann zu colorieren. Heute bin ich endlich mit der Rohzeichnung in meinem Skizzenbuch (einigermaßen) zufrieden. Mal sehen, wie es im Endeffekt aussehen wird:)

Zitat des Abends


"Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet."

Mark Twain


made my day :D

Sonntag, 7. Oktober 2012

Dänemark 06.-09.04.2012

Eine kleine Auswahl Fotos von der Bustour nach Kopenhagen und Umgebung, die ich neulich auf meinem Netbook wiederentdeckt habe;) Zwischen Holger Danske und kleiner Meerjungfrau;)
















Freitag, 5. Oktober 2012

Das Gummiband - Gedankenexperiment



Von dem geschmacklosen Artikel auf kreuz.net hat sich die katholische Kirche nun distanziert (Artikel auf Focus.de). Was hätte sie auch anderes tun sollen? Ob sie es ehrlich meint steht auf einem anderen Blatt. Ich habe nichts gegen Gläubige, um das klar zustellen. Unter meinen engsten Freunden befinden sich sogar recht viele. Was ich nur auf die Pest nicht ab kann, ist, wenn Probleme, die in einer Institution welcher Natur auch immer, offensichtlich sind und ganz bewusst ignoriert oder weggeheuchelt werden.
Die Problematik des Zölibats ist offensichtlich, trotzdem wurde nur auf Drängen der Öffentlichkeit gegen pädophile Priester vorgegangen und dann auch nur halbherzig. Die Problematik der rechtskonservativen Flügel ist offensichtlich, trotzdem beschreitet unser  toller deutscher Papst den Weg in Richtung Opus Dei und Mittelalter und nimmt sogar die Holocaustleugner der Piusbrüderschaft wieder auf.
Die Problematik des Dogmatismus ist offensichtlich. Regeln, die in einem zweitausend Jahre alten Buch stehen, das aus einer völlig anderen Zeit stammt und von anders denkenden Menschen verfasst wurde, kann man nicht mehr auf unsere heutige Gesellschaft übertragen (bzw nur wenn man die Sätze biegt und dehnt und dann kommt dabei Nonsens heraus, was in der Kirche ja fleißig getan wird). Die Werte, die Jesus vertrat, seien einmal beiseite gestellt. Dieser Mann war seiner Zeit einfach weit voraus, aber er war ein Mensch, hat einen Beruf gelernt und hatte sicherlich auch Frauen in seinem Leben. Die Schilderungen in der Bibel für bare Münze zu nehmen ist naiv und würde bei jedem Geschichtswissenschaftler, wenn es sich um einen vergleichbaren historischen Text handeln würde, aufs Härteste kritisiert.
Ich frage euch konkret: Welche Legitimation hat die Bibel als heilige Schrift und ich muss bitten  dieser Frage offen gegenüberzutreten. Was hat die Bibel, was Gilgamesch, Edda, Odyssee und Ilias nicht haben? Oder um noch dreister zu fragen: Was hat die Bibel, was Karl May, Tolkien und Stephen King nicht haben? Ich habe euch gebeten dieser Frage objektiv gegenüberzutreten, und wenn ihr das tut, wird sich die Antwort in euren Gedanken formieren: Nichts. Es gibt keinen Unterschied.
Ich kann genauso gut an Zwerge, Trolle, Zyklopen und mehrere Götter glauben. Wenn man den Gedanken weiter entwickelt, kann man auch Tolkien zum Propheten erklären oder sich an Halloween vor Pennywise verkriechen. Diese Begründung lässt sich auf jede durch Träumereien erschaffene Welt oder Figur anwendeten. Allein schon der Gedanke daran, was mit den Menschen vor Jesu Geburt geschehen sein soll, wenn man doch über den Glauben an diesen Gott in den Himmel kommt, sollte einen aufgeklärten Menschen schmunzeln lassen. Hätte ein Gott das Nachleben, falls es so etwas überhaupt gibt, an Bedingungen geknüpft, hätte er sie der Menschheit einprogrammiert, genauso wie Informatikstudenten einem Roboter beibringen nicht gegen die Tischkante zu fahren. 
Und nein mit einem Eingriff in den freien Willen hätte das nichts zu tun. Schließlich sind Datenbanken mit Nutzungsbedingungen und Gebrauchsanweisungen auch kein Eingriff in die Entscheidungsfreiheit. Eine Art kollektives Gedächtnis hätte der Menschheit viel mehr geholfen als Sätze in einem Buch, vermittelt durch den Sohnemann, der dann leider Gottes (HaHa ...) von denen, die er retten wollte, auch noch ans Kreuz genagelt wurde.
Außerdem hätte sich ein allwissender Gott der Menschheit niemals offenbart, weil er vorausgesehen hätte, was die für einen Unsinn mit seiner Botschaft anstellen würden. Er würde viel mehr subtil wie ein Marionettenspieler im Hintergrund die Fäden ziehen. Allein diese Gründe entziehen der Bibel, dem Koran oder jeder anderen heiligen Schrift den hervorgehobenen Anspruch auf Wahrheit. Macht den Test und versucht die Einwände zu entkräften. Objektivität vorausgesetzt. Barnum-Aussagen und Phrasendrescherei sind keine widerlegenden Antworten. Wenn man lange genug sucht, findet man in jedem Text die Möglichkeit etwas zu begründen. Ob das nun "Per Anhalter durch die Galaxis" ist oder die Bibel.

Ja man kann keinen ultimativen Gegenbeweis zur Existenz Gottes oder der Heiligkeit irgendwelcher Schriften bringen, genauso wenig kann man das widerlegen, was ich oben aufgeführt habe, wenn man nur einmal objektiv darüber nachdenkt. Die übernatürlichen Bilder in der Bibel sind in einer abergläubischen Zeit entstanden - damals konnten sich Priester noch Völker mit Zaubertricks unterwerfen, die heute zum Standardrepertoire jedes Bühnenmagiers gehören. Wollen wir Copperfield deswegen zum Propheten küren, weil die Freiheitsstatue verschwinden lässt und auf sicherlich sehr viel eindrucksvollere Weise über das Wasser läuft als Jesus? Die Antwort: Nein, weil wir wissen, dass es Tricks sind. Wieso ist es für einige Menschen dann so schwer dieses Wissen auf die Vergangenheit zu übertragen?
Um es zusammenzufassen: Verlässlichkeit der Zeugen: Mangelhaft, Verlässlichkeit des Stoffs: Mangelhaft, Verlässlichkeit der richtigen Deutung der Ereignisse: Mangelhaft. Mit anderen Worten die Bibel ist ein Stück Weltliteratur und so sollte sie behandelt werden. Nicht mehr und auch nicht weniger. Nachdem Platon seinen idealen Staat entworfen hat, ist auch keiner auf die Idee gekommen ihn umsetzen zu müssen, obwohl dieser sicherlich ein schlauer Mann gewesen war.
Liegt da vielleicht die Lösung des Problems? Werden sich einige fragen. Schließlich hat sich das Christentum rasant und flächendeckend über den Globus ausgebreitet. Auch hier gilt wieder die Devise: Der Schein trügt. Das Christentum hat sich aus zwei Gründen über Europa und schließlich darüber hinaus ausgebreitet:

Zum Einen das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die (einfachen) Menschen waren es Leid dutzende Götter zu verehren. Eine Religion, die alle Aspekte bündelte und eine allmächtige Instanz schuf kam ihnen entgegen. Dass dieser Gott dann anstatt teurer Tier- und Ernteopfer, nur Gebete und die Anwesenheit in einer Kirche als Gegenleistung für seine Gunst forderte, dürfte auch einen nicht unerheblichen Grund dargestellt haben.

Zum Anderen gab es, ganz profan, keine einfachere Möglichkeit als die Bekehrung zum Christentum und das daraus resultierende Gottesgnadentum um Gewaltherrschaften zu legitimieren. Gott konnte ja nicht widersprechen. Also setzten Tyrannen wie Olaf Tryggvarsson und Opportunisten wie Konstantin der Große ihre Machtpläne blutig in die Tat um und formten über Jahrhunderte voller Gemetzel die christliche Welt des Mittelalters. Es folgten Jahre der politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Stagnation und schließlich Veränderung. Gott und Bibel sind dabei nur Nebenschauspieler, die sich aber, von Generation zu Generation weitervererbt, wie Kletten in den Köpfen der Menschen hielten.
Nur daraus resultiert, dass wir heute zur Mehrheit christlich erzogen worden sind. Alle Alternativen, inklusive des relativ liberalen römischen und griechischen Götterkults, wurden schlichtweg und buchstäblich in den Kriegen von machthungernden Despoten abgeschlachtet. Als bedauernswerter Nebeneffekt sind große Teile der ursprünglichen Kulturen Europas und des Mittelmeerraumes für immer verloren gegangen. Last Man Standing. Keine wirklich christliche Ethik. Vergangenheit wie Zukunft sind Aspekte, die Menschen gerne ignorieren, obwohl sie viel daraus lernen könnten, wenn sie sich nur einmal die Zeit nehmen würden, objektiv hinzusehen.

Einige Leute werden nun glauben, ein letztes Ass im Ärmel zu haben. Welche Alternative sollte es geben? Die atheistischen Regime des 20. Jahrhunderts hatten in noch nie dagewesener Form Menschenleben vernichtet. Sie zeigten, was Gottlosigkeit anrichten würde. Abgesehen davon, dass die Päpste des Mittelalters Hitler und Stalin in nichts nach standen, was kulturelle Brandschatzung, Verfolgung, Folter und Tötung von Oppositionellen angeht, sind es zwei Seiten derselben Münze.
Stellt euch meinen Daumen als die Gesellschaft vor und nun stellt euch vor wie ich ein Gummiband um meinen Daumen lege und anfange daran zu ziehen. Es soll sinnbildlich für eine Ideologie stehen, welche spielt für die Aussage des Effekts keine Rolle. Das Gummiband wird immer weiter gespannt, die Ideologie strapaziert und verbreitet. Das Gummiband spannt sich weiter, die Vertreter der Ideologie verstricken sich in Widersprüche, ziehen persönliche Vorteile aus heiligen Posten. Anstelle der geistigen und seelischen Auseinandersetzung mit dem Stoff, stehen nun Dogmatismen und Parolen. Sätze und Regeln mit denen kritische Gehirne gewaschen werden und die den Menschen das Denken abnehmen. Das Gummiband ist maximal gespannt, aus der Ideologie ist ein dekadentes, korruptes Regime geworden, das die Menschen unterdrückt. Was passiert?
Ich kann versuchen das Gummiband weiter festzuhalten, doch irgendwann werden meine Finger taub. Wenn es bis dahin nicht ohnehin gerissen ist, werde ich es loslassen müssen. Was dann passiert ist, worauf ich hinauswill. Das Gummiband des christlichen Glaubens wurde im Zeitalter des aufkeimenden Humanismus losgelassen. Es schnellt nach vorne, landet bei Luther und seiner Reformation, landet in der Romantisierung und Glorifizierung der Antike, landet im Sozialdarwinismus, der letztendlich im ersten Weltkrieg, im Nationalsozialismus, im Kommunismus mündete. Das Gummiband ist der Ausdruck für eine elementare menschliche Sucht: Die Sucht nach Selbstgefälligkeit, die Sucht, etwas besseres zu sein und einem höheren Ziel zu dienen. Der bloßen Existenz eine Bedeutung zuzuführen, die die Natur und die Logik den Menschen schlichtweg verwehrt.

Der Gedanke auf den ich hinaus will ist folgender: Warum akzeptieren wir die Existenz dieses Gummibandes? Anstatt es immer wieder lang zu ziehen und uns wundern, wie am Ende etwas Monströses daraus entstehen konnte, verhindern wir durch Hinterfragen von Tabus und geheuchelten Werten, Normen und Regeln mit unserem Verstand, dass es sich überhaupt erst spannt. Man kann die Phase der Spannung des imaginären Gummibands immer sehr gut am Wachstum der Anzahl an Fanatikern in einer Ideologie erkennen. Die Fähigkeit zur Reflektion ist Fanatikern abhanden gekommen und das ist es, was sie so gefährlich macht.

Ich hoffe ich konnte denen, die sich die Mühe machen und diesen Blog lesen, ein paar Denkanstöße geben.

Liga der Legenden

Da sich momentan die Topteams der Welt in Los Angeles gegenüber stehen, heute mal ein wenig League of Legends. Meiner Meinung nach das beste E-Sports- Game :D


Sind allerdings keine Clips von der Weltmeisterschaft.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Der Antichrist:)

Ich gehöre zwar nicht diesem "antikirchlichen Hasserverein" an, aber wenn ich so etwas lese, fühle ich mich immer in meiner antikirchlichen Haltung bestätigt. Solche Statements zeigen mir, dass ich auf der richtigen Seite stehe, selbst WENN - und das betone ich ganz deutlich - es einen Gott geben und ich mich in meinem Atheismus irren sollte. Christliche Fanatiker sind nicht besser als Bin Ladens Fanclub und würden in derselben Hölle schmoren. Dort können sie sich bis in die Ewigkeit gegenseitig in Luft jagen, erschießen und verbrennen, während die aufgeklärte Welt sich über diese "Verfechter des wahren Glaubens", diese erbärmlichen Witzfiguren amüsiert.

Lesen, Lachen, Kopfschütteln, Weinen über menschliche Engstirnigkeit und Dummheit:

http://kreuz.net/article.15957.html

Nachtrag: Vorhin ein weiteres Beispiel gefunden :D

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/strafbefehl-gegen-holocaust-leugner-williamson-erlassen-a-859468.html

Dienstag, 2. Oktober 2012

Ab Heute Vegetarier


Ich habe lange überlegt, Vegetarier zu werden aus verschiedenen Gründen. Ein Freund, der Veganer wurde, hat mich zum Nachdenken angeregt. Eine Reportage, die gestern im Fernsehen lief war schließlich der endgültiger Auslöser. Ab Heute werde ich ohne Fleisch leben.
Vorweg: Ich bin kein Öko-Esoteriker. Jagd und Tod sind fest im System der Natur verankert. Tiere wissen das, Jäger- und Sammlergemeinschaften auch. Räuber wie Beute passen sich deshalb an und liefern sich dabei einen Wettlauf in der Evolution. Ohne Fleischkonsum und unser Dasein als Omnivoren (Allesfresser) wären wir wohl nie zu dem geworden, was wir heute sind. Gäbe es keine Fleischfresser würde außerdem ein wichtiger Faktor wegfallen, um den Tierbestand zu regulieren. Es würde immer mehr Kaninchen, Rehe, Rinder etc geben. Die würden Wälder und Ebenen kahl fressen, an ihrem Hunger schließlich krepieren und am Ende sähe unser Planet aus wie der Mars - auch völlig ohne menschliches Zutun. Dass Tiere regelmäßig sterben, hat also durchaus seinen Sinn. Daher bin ich auch im Prinzip nicht dagegen Fleisch zu essen.

Das Problem im Fleischkonsum unserer Gesellschaft ist, dass der Mensch aus diesem Raster gefallen ist. Fleisch ist Genussmittel wie Tabak und Alkohol, nicht mehr biologischen Notwendigkeit. Die Weltbevölkerung direkt über Ackerbau zu ernähren wäre bei weitem effizienter. Über 70% der weltweiten Ackerbauflächen werden für die Produktion von Tierfutter genutzt, Fläche die für Nahrungsmittel in der jeweiligen Region nicht zur Verfügung stehen. Überschüssiges Fleisch wird zurück in Entwicklungsländer exportiert und zerstört durch den Verkauf unter Produktionspreis die heimischen Märkte. Die Folge: Menschen hungern und sterben für unsere Genussmittelgesellschaft. Dazu kommt die Fragwürdigkeit der Massentierhaltung, die Überdüngung und Vergiftung der Umwelt durch Gülleüberschüsse und die Methanproduktion, dessen Klimaschädlichkeit um ein vielfaches höher ist als bei Co².

Hinzu kommt der gesundheitliche Aspekt. Übergewicht und Herzinfarkt sind eine Sache, die bereits in vielen Köpfen angekommen ist und gekonnt ignoriert wird. Ein anderer gesundheitlicher Aspekt findet weniger Beachtung und liegt in der Problematik der Massentierhaltung an sich begründet. Tiere, in Massen gehalten und hochgemästet, entwickeln nur ein schwaches Immunsystem. Die Folge: Die Tiere werden mit Antibiotika vollgepumpt. Dass sie dadurch auch noch schneller Fett ansetzen sei ein positiver Nebeneffekt, der aber immer öfter den wahren Grund unter dem Deckmantel der Krankheitsabwehr darstellt. Was bedeutet das für uns? Nun um es salopp zu formulieren: Wir basteln an unserem eigenen Untergang.
Denn wovor sich der Mensch nur zu gerne die Augen verschließt, die Zahnräder der Evolution drehen sich im Anthropogen, im Zeitalter des Menschen, weiter und bei Bakterien und Viren drehen sie sich deutlich schneller, als bei höher entwickeltem Leben. Antibiotika sind keine dauerhafte Lösung für Krankheiten, sie stellen nur eine weiter Herausforderung dar. Diese Rätsel hat die Natur bis jetzt immer gelöst. Es gibt Bakterien im Eis der Antarktis, an Magmaquellen und an schwarzen Schloten in der Tiefsee. Eine Resistenz gegen Antibiotika ist da ein eher leichtes Spiel. In Krankenhäusern sterblich jährlich Menschen an Infektionen mit multiresistenten Keimen. Mit dem übermäßigem (und überflüssigem) Einsatz von Antibiotika schütten wir weiter Korn in die Mühle. Generationen von Mikroben sterben und irgendwann wird sich schließlich die eine Mutation ereignen, welche die nächste Seuche hervorrufen wird. Katastrophenszenario? Weltuntergangsschwachsinn? Zukunftsmusik?
Es ist keine Paranoia oder Verschwörungstheorie, sondern pure Logik. Es ist keine Frage ob, sondern wann. Wir sind dabei unser wirksamsten Mittel zu Bekämpfung von Seuchen wegzuwerfen. Denn ohne Antibiotika bleiben uns als einzige Mittel zur Bekämpfung von Bakterien Feuer, Kälte und Säure und versucht mal einen Kranken damit zu behandeln.
Bei Viren ist die Problematik ähnlich, aber anders begründet - denn wie wir alle wissen sollten helfen AntiBIOtika nur gegen Bakterien. Doch auch für Viren bietet die Massentierhaltung exzellente Bedingungen, um die eigene Evolvierung voranzutreiben. Denn Viren vermehren sich über Wirtszellen, da es sich bei ihnen um kein richtiges Leben handelt - Während der Infektion einer Zelle mit verschiedenen Virentypen kann es somit unter anderem zur Mutation und auch zur Vermischung von RNA kommen, woraus letztendlich neue, im schlimmsten Fall tödliche Krankheitsauslöser werden.
Was hat das nun mit der Massentierhaltung zu tun? Nun zum einen bildet das Gedränge einzelner Individuen eine optimale Verbreitungsmöglichkeit. Ich habe bereits weiter oben über die Problematik von Monokulturen geschrieben. Ist eine Maispflanze vom Rüsselkäfer betroffen, sind es es nach zwei Wochen alle auf dem Feld. Ist ein Huhn von einem artspezifischen Virus befallen sind es nach schätzungsweise zwei Tagen alle im Stall. Gegen Insekten können sie chemisch oder biologisch vorgehen, gegen Viren nicht.
Außerdem bietet der enge Kontakt vom Mensch zum Tier direkte Möglichkeiten zum Austausch von RNA zwischen den Arten und zum Entstehen von Virenbastarden. Aufzuhalten ist eine Virusepidemie kaum, außer einer Impfung gibt es keine Möglichkeit sich vor einer Infektion zu schützen und direkte Behandlungsmethoden wie bei einer bakteriellen Krankheit gibt es keine.
Nun mögen Schweine- und Vogelgrippe ein Witz und mediale Panikmache sein. SARS, wenn sich einige an die Schlagzeilen noch erinnern können, war es nicht. Alle drei Mutationstypen sind aus dem Kontakt vom Mensch zum Tier und in der Brutkammer der Massentierhaltung entstanden.

Es gibt also viele Gründe für ein Leben als Vegetarier, die abseits des öko-esoterischen Humbugs stehen und auf logischen Argumenten fußen. Mich hat es überzeugt: Man lebt günstiger, man lebt gesünder und man tut etwas, um die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Montag, 1. Oktober 2012

Europäischer Depressionstag



Depression ist eine Krankheit, die alles ersticken kann: Beziehungen, Motivation, Lebenskraft. Depressive geraten häufig ins Kielwasser unser auf Ellbogen orientierten Leistungsgesellschaft. Dort werden sie eine Zeit lang mitgezogen bis schließlich alle Seile reißen und sie sich in einer Grube verlieren, aus der sie nicht mehr herauskommen, was schlimmstenfalls im Suizid enden kann. Diese Krankheit ist für die Gesellschaft nicht leicht zu akzeptieren und wird deswegen oftmals als Tabu verdrängt. Es gerät erst wieder in Fokus der Aufmerksamkeit, wenn der nächste junge Mensch vor seinem Burn-Out zusammenbricht, von der Brücke springt oder sich die Pulsadern aufschneidet.
Die Antwort darauf ist selten die Chemie, denn sie behandelt nur die Symptome, erstickt den Schmerz, behandelt aber nicht die Ursache des Problems. Doch Therapieplätze sind rar gesät, weil die Depression zur Modekrankheit geworden ist und die Politik es trotz monatelanger Wartelisten immer noch nicht auf die Reihe bekommt die gesetzlich verankerte Begrenzung für psychiatrische Praxen aufzuheben. Wahrscheinlich hat auch das mit Verdrängung zu tun, mit dem Gedanken, das die Welt funktionieren muss, auch wenn sie es das nur auf der Bühne der Öffentlichkeit tut. Wenn man sieht, dass ,am Menschen nicht kontrollieren kann, versuchst man ihnen einzureden, dass sie nicht so sind wie sie sind. Wenn das nicht funktioniert, redet man sich die Situation selbst schön, wie sie nicht ist, und ist schockiert, wenn man schließlich mit der Wahrheit konfrontiert wird. Deswegen erscheint es unserer Gesellschaft so schwierig, Depressive zu verstehen, weil wir uns gar nicht erst auf die Problematik einlassen wollen.
Ich musste einmal ansehen wie ein mir nahe stehender Mensch an diese Krankheit verloren ging. Heute ist er wie neu geboren und hat die Depression besiegt. Auch ich hatte meine schwierigen Phasen während meiner Schulzeit, auch wenn ich sie nicht als ausufernde Depression bezeichnen würde. Ich habe mich ohne psychiatrische Hilfe (außer man zählt die Kunst und meine Metamorphose vom zweifelnden Christen zum buddhistisch geprägten Atheisten hinzu) wieder heraus gewunden und sehe die Welt heute mit anderen Augen. Gleichzeitig ist es mir aber bewusst geworden, dass das ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr jeder schafft. Deswegen ist es wichtig das Tabu zu brechen und die weitverbreitetste Krankheit der Moderne öffentlich zu thematisieren.

Gute Arbeit kann das beste Antidepressivum sein