Donnerstag, 31. Januar 2013

Keksmafia

Jetzt ist es soweit, selbst das altehrwürdige und allseits beliebte Krümelmonster ist unter die Kriminellen gegangen. Kekse sind aber auch teuer geworden. Das zwingt den Massenkonsumenten in die Entscheidung, ob er seinen Gebäckverzehr einschränkt oder die Herstellungsfirma mit ihrem geklautem Wahrzeichen erpresst:

http://www.stern.de/panorama/geklautes-wahrzeichen-von-bahlsen-ich-habe-den-goldenen-keks-nicht-gestohlen-1963991.html

Anscheinend ist die Entscheidung nicht sehr schwer gefallen ...

Dienstag, 29. Januar 2013

Fortbildung in Unbildung

Zur Abweisung von Vergewaltigungsopfern in katholischen Kliniken habe ich mich im Blogg bisher noch nicht geäußert. Auch weil das Fettnäpfchen, in das die mittelalterliche Monarchie des Papstes mal wieder trat, für die Medien schon ein gefundenes Fressen darstellte. Während der Debatte sollte dem verblendetsten Gläubigen vor Augen geführt worden sein wie irrational und hirnrissig manche (wenn nicht alle) religiösen Grundsätze sind. Praktischerweise sorgten Kirche und Papst selbst dafür. Besonders interessant fand ich übrigens, dass, nachdem die Funktionsweise der "Pille danach", die nie eine Form von Abtreibung darstellte, öffentlich thematisiert und dem "Einsatz für das Leben gegen Abtreibung" die Legitimation entzogen worden war, sich plötzlich viele Priester verhaspelten (Warum ist ein Zellhaufen - die biologische EXE-Datei unseres Körpers, nicht unseres Bewusstseins und nicht unserer Persönlichkeit - eigentlich so ein harter Diskussionspunkt?). Gezielte Unbildung ist auch eine Form der Bildung.
Anhand dieser Eigendekonstruktion  muss der  säkulare Atheist kaum mehr als spöttisches grinsen und auf die ein oder andere gelungene Satire hinweisen, die den Nagel auf den Kopf trifft:

Samstag, 26. Januar 2013

Spielzeug oder Volksverhetzung?

Die Dänen geraten anscheinend öfters in Konflikt mit dem Islam. Dieses Mal scheint die "religöse Beleidigung" allerdings nicht in der harmlosen Karikatur einer Satirezeitschrift begründet zu werden, sondern in der skandalösen Weise wie Lego mit dem Thema Religion umgeht, denn der Bausatz zu Jabbas Palast, der - mit viel Fantasie oder Paranoia - an die Hagia Sophia erinnert, fördere rassistische Vorurteile und wirke gewaltverherrlichend. Dieser "Pädagogische Sprengstoff" gefährde den Frieden in Europa.
Natürlich sind religiöse Texte kinderfreundlicher, kaum gewaltverherrlichend und ohne rassistische  und ideologische Vorurteile. Denn bei der Lektüre von Aufforderungen Ungläubige und Polytheisten zu töten im Koran (8, 39; 9, 5;4, 56;4, 91;2, 195-195),  würde niemals der Eindruck einer fatalistischen oder "gewalttätigen Religion" entstehen. Es gibt auch genau eine Sure im Koran, die das Töten verurteilt (5, 33), und "keine" 250 Passagen, die sich mit dem heiligen Krieg auseinandersetzen. Der Glaube ist ja gut und heilig. Etwas Erstrebenswertes für das man später dann auch arbeiten und sterben darf.
Übrigens lässt sich obrige Ironie problemlos auch ins Judentum und ins Christentum übertragen, denn gerade das alte Testament strotzt vor Gewaltdarstellungen und auch im neuen Testament wird Ungläubigen noch angedroht, im Ofen zu landen.
Die Widersprüchlichkeit von religiösen Texten begegnet uns in der Öffentlichkeit allerdings nur selten, denn eine wirkliche Auseinandersetzung - nicht das Herausnehmen von Textausschnitten - eignet sich eben nicht zum Menschenfang und treibt den Menschen aus dem Glauben eher heraus als hinein. Ist das Opfer dann erst im Glaubensnetz gefangen wird es die Substanzlosigkeit seiner heiligen Bücher selbst abstreiten entweder aus geleugnetem oder tatsächlichem Unwissen. Der Unterschied zwischen Erwachsenen und Kinder liegt dabei nur im Grad ihrer Beeinflussbarkeit. Also ist es dann nicht sogar zu vertreten, wenn sie schon früh mit Kritik am Glauben konfrontiert werden?

Interessante Erläuterungen zum Thema "Denken in Textauszügen" finden sich in Michel Onfrays Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muss und Richard Dawkins' Der Gotteswahn. Und zwar umfassend erklärt und am jeweiligen Text und der Wissenschaft belegt.

Zur Gefährdung des Friedens durch einen Legobausatz ein Artikel des Sterns: Spielzeug oder Volksverhetzung

Freitag, 25. Januar 2013

R'ha

Für ein Hochschulprojekt des 2. Semesters absolut bemerkenswert - Ein Kurzfilm von Kaleb Lechowski :)



Weiterführende Infos unter anderem zu Entstehung und Hintergründen finden sich auf Spiegel-Online Netzwelt

Samstag, 19. Januar 2013

Spiel mir das Lied vom Tod - Django Unchained

Rezension - Django Unchained von Quentin Tarantino



Quentin Tarantino wird in der Öffentlichkeit gerne auf die Gewalttätigkeit seiner Spielfilme reduziert. Unterschlagen werden dabei der geistreiche Humor, die geschliffenen Dialoge und die teilweise sehr harsche Gesellschaftskritik. Der amerikanische Ausnahmeregisseur bemüht sich stets eine Liga von Spitzenschauspielern in extravaganten Rollen aufeinandertreffen zu lassen. Sein neuer Film schien für ihn dabei die Erfüllung eines Traums zu sein, spielt er doch tatsächlich im Amerika des wilden Westens und nimmt sich einem weiteren schweren und heiklen Themas an: Der Sklaverei.

Die Hauptfiguren treffen in einem für Tarantino fabelhaft stimmigen Intro aufeinander. Der deutsche Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) befreit Django (Jamie Foxx) aus den Händen von zwei Sklavenhändlern, damit dieser ihm bei der Suche nach einer Verbrecherbande behilflich sein kann. Im Laufe des Films freunden sie sich an und schließlich hilft Schultz Django bei der Suche nach dessen Frau Broomhilda (Kerry Washington), die in die Hände des skrupellosen Calvin J. Candie (Leonardo DiCaprio) und seines widerborstigen Lakaien Steven (Samuel L. Jackson) gefallen ist. Dabei werden Gewalt, Dialog und Komik - wie schon in Inglourious Basterds - zu einem skurrilen Gesamtkunstwerk verwebt. Der Aufbau der Szenen ähnelt immer wieder einer Pyramide, in der sich Spannung und Bedrohung anstauen und sich dann in einem gewaltigen Knall entladen. Tarantino versteht es das Publikum zappeln zu lassen. Von Beginn leidet man mit den Protagonisten und lernt ihre Gegner zu hassen.
Dabei ist die innere Widersprüchlichkeit der Figuren interessant. Wenn Schultz in einem Moment mit kaltherziger Logik Django auffordert, einen gesuchten Mörder in Anwesenheit seines Sohnes zu erschießen und später wegen der barbarischen Behandlung von Sklaven auf der Candie-Land Farm beinahe einen Nervenzusammenbruch erleidet, wirft das die Frage auf, inwiefern Grausamkeit im Blickwinkel des Betrachters liegt und vom Schirm seiner "Wertvorstellungen" gedeckt werden kann. Aufgelockert wird die Suche nach der Antwort durch Musik (Von klassischen Westernstücken bis zu modernem Hiphop), Mythologie und die allumfassende, skurrile Komik, die sich im Dialog und stilisierten Bildern widerspiegelt.

Django Unchained erreicht zwar meiner Meinung nach nicht ganz an Inglourious Basterds heran, ist jedoch trotzdem ein überzeugender, klassischer Tarantino Film, der aber wegen seiner stilisierten Brutalität und in jeder Szene gegenwärtigen bedrohlichen Atmosphäre nichts für schwache Nerven ist. Allein die hervorragende schauspielerische Leistung von Christoph Waltz als Dr. King Schultz macht den Film  schon sehenswert. Doch auch die anderen Schauspieler glänzen in ihren Rollen, allen voran Samuel L. Jackson, der den schrulligen und rassistischen schwarzen Butler Steven darstellt, sowie Leonardo DiCaprio in seiner ersten Schurkenrolle, der sichtlich Freude daran hat den naiven Kindskopf Calvin Candie zu spielen.

Dienstag, 15. Januar 2013

Urteil zur Religionsfreiheit vom EGMR


"Es gelte einen vernünftigen Weg zwischen der Religionsfreiheit und den Rechten anderer zu finden"

Für mich ist dieser Fall eindeutig, das Antidiskriminierungsgesetz steht vor der Religionsfreiheit. Wenn wir also auf der Religionsfreiheit bestehen müssen wir alle Symbole tolerieren. Ob umgedrehtes Kreuz, Pentagramm, Thors Hammer, Burka, Kopftuch oder meinetwegen eine beseelte Kette aus Palmblättern. (Wie wäre es mit dem Evangelium des fliegenden Spaghettimonsters als USB-Anhänger? Oder eine Miniaturausgabe von Russel Teekanne für Atheisten?).
Diese Symbolfreiheit ist nur dann erreicht, wenn man die monotheistischen Platzhirsche in ihre Schranken verweist, dafür sorgt, dass sie kleinere Religionsgruppen, Homosexuelle, Konfessionslose und Atheisten nicht in ihrer Freiheit einschränken, und sie daran erinnert, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Gott existiert genauso hoch ist wie die Existenz jeder anderen Fantasiegestalt.

Ein vollkommenes Verbot von religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit wäre zwar aus meiner Perspektive auch nicht tragisch (sofern es sich auf den alten Grundsatz des römischen Reichs res publica/res privata bezieht und nicht in die Privatsphäre der Menschen eindringt), weil es in der Öffentlichkeit Neutralität gegenüber allen Menschen etablieren würde - Außerdem wäre es interessant zu erfahren wieviele Neuatheisten es gäbe, wenn man die schädliche Beeinflussung durch Religion im Kindesalter juristisch über Bord wirft, aber das ist ein anderes Thema.

Letztlich ist ein Verbot von religiösen Symbolen auch eine Diskriminierung, deswegen wäre eine völlige Gleichheit von religiösen Symbolen (inklusive der spöttischen, antireligiösen und heidnischen Symbole) zu befürworten - Bei gleichzeitiger Einschränkung der Handlungsfreiheit im Bezug auf das Antidiskriminierungsgesetz. Ein Kreuz am Hals schadet niemandem, ebenso wenig ein T-Shirt mit der Aufschrift "Gott ist ein imaginäres Alphamännchen- Evolution 4 ever". Wer sich aber wegen seinem Glauben weigert beispielsweise homosexuelle Paare zu trauen oder zu behandeln diskriminiert und ist nicht besser als ein Nazi, der einem Juden vor die Füße spuckt.

In diesem Sinne gleiches Recht für alle.

Quelle: Spiegel.de

Sonntag, 13. Januar 2013

Aurora Borealis

Sonnenstürme können ein faszinierendes Schauspiel bieten, wenn als Nordlicht (Aurora) auf unser Erdmagnetfeld treffen. Energetische Strahlung streift unsere Atmosphäre und verwandelt sich in ein bizarres Naturschauspiel, das die Fantasie der Menschen seit jeher anregte. Ein geisterhafter grüner Schleier, der über den Himmel zieht. Magische Winde aus einer anderen Welt, die außerhalb von Zeit und Raum zu existieren scheint. Botschaften von Geistern, Ahnen und Göttern. Leider bekommt man sie in unseren Breitengraden nicht zu sehen, aber man kennt sie aus dem Fernsehen, dem Internet oder Zeitschriften.

Hier hat jemand die Gelegenheit ergriffen und das Naturschauspiel aus einer ungewöhnlichen Perspektive festgehalten und es ist nicht weniger beeindruckend;)


Mittwoch, 9. Januar 2013

Riesenkraken

Durch angeschwemmte Körper sowie die Reste in den Mägen und Spuren an den Körpern von Pottwalen wusste man schon lange von ihrer Existenz. Der wahre Kern des alten Seemannsgarn. Einem japanischen Kamerateam ist es erstmals gelungen Architheutis, den Riesenkalmar, lebendig in der Tiefsee zu filmen;)



Samstag, 5. Januar 2013

Freitag, 4. Januar 2013

Von Montesquieu zum Bundestag

Nach einem Tag in der Zeit der Aufklärung zwecks geschichtlichem Referat, der Sprung zurück in die Neuzeit mit der Erkenntnis, dass Politik damals wie heute eine kuriose Angelegenheit war. Von Montesquieu zum Bundestag;)



Mittwoch, 2. Januar 2013

Die Muse hat wieder zugeschlagen ...

Ich hab untypischerweise für mich mal mit Reimen herumgebastelt. Es ist aufjedenfall ein anstrengenderer Weg Gedichte zu schreiben :D

Auf den Straßen der Dämmerung

Auf den Straßen der Dämmerung,

an den Wolken Licht sich staut.

Ich kann die Sonne nicht sehen.

Der Wind der nie abflaut.


Hinterm Horizont sie steht,

Wolken durchschimmert mit Rot.

Spüre wie der Wind sich dreht,

Rascheln im Grase jenseits vom Tod.


Auf den Straßen der Dämmerung

in der Kraft des Morgenlicht

die Muse geht,

umfasst in Feuer kommt in Sicht.


Das Rauschen der Blätter im Wind,

die Stimme eines Raben erklingt.

neue Kraft im Morgen gewinnt,

den Bogen des Himmels durchdringt.