Mittwoch, 31. Dezember 2014

2015

Wie dieser Blog ins neue Jahr geht ...

Mit großen Plänen


2015 wird ein interessantes Jahr für tiresias-leo.blogspot.de. Natürlich werde ich euch weiterhin mit Rezensionen, Kritiken zu Kino- und Buchwelt sowie kurzen Texten und Fotoserien versorgen. Gleichzeitig rechne ich mit einem recht anstrengenden Uni-Jahr, was sich mitunter auch auf den Blog auswirken wird.


Kami

Das Plakat :)
Eines der Projekte, auf die ich am meisten gespannt bin, ist mein Fortsetzungsroman "Kami". Es wird eine Episode pro Monat geben, die immer am 22. erscheint - so zumindest der Plan. Speziell für diesen Blog geschrieben sollen aktuelle Themen Popkultur-Folklore miteinander verbunden werden. Natürlich sollen die Geschichten in erster Linie Unterhaltung sein, doch wer sich in Geschichte, Politik und Kultur auskennt wird das meiste davon haben, weil sie mit Trivia gespickt sind. Am Ende der jeweiligen Episode werden euch weiterführende Links erwarten, die einige Rätsel auflösen. Ich hoffe, dass es euch gefallen wird! Lasst mich gerne wissen, wenn ihr hier und dort glaubt etwas entdeckt habt ;)

Gedankenwelten


Das zweite große Projekt wird sich vom fiktionalem Schrieben entfernen und sich der Philosophie widmen. Das geht mit verschiedenen Gründen einher. Zum Einen hat sich meine Einstellung zur Religion verändert, zum anderen sehe ich die Entwicklungen unserer drei monotheistischen Götter in der Geschichte und der aktuellen Weltlage immer noch als kritisch an. Um zu erklären wie das zusammenhängt werde ich Sachtexte veröffentlichen, die sich mit den Weltreligionen und ihren positiven und negativen Auswirkungen in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen wird. Dabei soll nicht eine Religion im Fokus (in der heutigen Zeit wird ja gerne der Islam als Feindbild hochstilisiert) stehen, sondern alle Strömungen, die auf blindem Glauben beruhen, - inklusive Faschismus und Kommunismus - gleichwertig unter dem Begriff "Glaubenssystem" behandelt werden.
Denn ich finde, es ist einer der gravierendsten Fehler zwischen den Phänomenen des religiösen und politischen Fundamentalismus harsche Trennlinien zu ziehen. Letztlich ist es nicht die Frage, ob ein Gott oder eine Person im Zentrum einer Ideologie steht, die Menschen verfolgt und umbringt, sondern der Absolutismus ihrer Ansprüche.


Kurzgeschichten


Ich habe ebenfalls vor mich wieder intensiver dem Genre der Kurzgeschichten zu widmen und wieder bei literarischen Wettbewerben mit zu machen, denen ich bisher nie besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Das blinde Uhrwerk

Ashara

Das letzte große Projekt bleibt das des Vorjahres. Die Entwicklung der Welt von Avarios ist gegen Ende von 2014 in die aktive Phase gegangen. Ich habe schon einiges geschrieben und Spaß daran immer mehr Details auszuarbeiten. 
Im Zentrum steht die Frage wie sich eine Welt, in der Magie und Figuren (Zwerge, Elfen, Drachen) der High-Fantasy leben, im 19. Jahrhundert entwickeln würden. Seit ich den "goldenen Kompass" gelesen habe, enthält die Geschichte eine Menge Steampunk, wird sich aber auch viele Phänomene der realen Geschichte im 19. Jahrhundert behandeln. Es wird darum gehen wie die Gefangenschaft in der speziellen Schicht oder in einem Vorurteil Charaktere verändert, wie Anderssein etwa in der Form von Homosexualität im 19. Jahrhundert im aufkommenden Nationalismus immer verpönter wurde und letztlich wie Ideologien und Religionen funktionieren und sich im Gedankenexperiment mit der Magie verändern.


Dann bleibt mir nur eines zu sagen. Ich wünsche allen meinen Lesern und Freunden einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr. Mögen sich die guten Vorsätze in Realität verwandeln!


Euer Leif aka Leo Tiresias

Montag, 29. Dezember 2014

Tiger, Raven, Dragon

walk within the Tigers shirt,
Ravens thoughts are running fast,
I love the Dragons dreaming word,
vision of worlds alive will last,
Burning, floating beyond the gate,
for my lifetime sealed my fate




@LeO

Samstag, 27. Dezember 2014

Sonne, Mond und Wolken

Der Himmel ist eines meiner Lieblingsmotive, besonders bei Lichtfächern und bizarren Wolkenformationen :)







@LeO

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten


tirisias-leo.blogspot.com wünscht allen eine frohe Weihnachten egal welcher Religion und Herkunft :)

Dienstag, 23. Dezember 2014

Sonntag, 21. Dezember 2014

Filmjahr 2015 - Erwartungen

Auch 2015 hält Filme bereit, die Erwartungen wecken. Die meiner Meinung nach interessantesten Streifen habe ich einmal zusammengestellt. Was sich dahinter verbirgt, kann natürlich nur die Zeit zeigen.

Jupiter Ascending


Der neue Film von den Wachowski-Brothers lässt auf sich warten. Der Trailer kursiert bestimmt schon seit einem Jahr im Internet und verspricht ein Fantasy-Sci-Fi-Spektakel der Extraklasse. Der düster esoterische Charme, der schon die Matrix-Trilogie und Cloud-Atlas definierte, gepaart mit Effekten von Star-Wars-Qualität und der Idee von konkurrierenden Adelshäusern im Weltall aus der Dune-Reihe von Frank Herbert. Space Opera oder Wüstenplanet? Ob es sich dabei nur um Effekthascherei ohne eine tiefere Geschichte handelt, muss der Kinostart zeigen. Der erste Ausblick lässt jedoch auf einen mutigen Film hoffen.



Minions


Gelb sind sie und geformt wie Pillen oder Bazillen mit Schutzbrillen und blauen Overalls. Jeder liebt die Minions, die zuerst als Sidekicks des Superschurken Gru in "Despicable Me" (dt. Ich unverbesserlich) auftraten, und seitdem einen festen Platz in der westlichen Popkultur gefunden haben. Ob auf T-Shirts, Tassen oder als Schlüsselanhänger. 2015 erhalten sie ihr erstes eigenes Abenteuer. Der Trailer ist schon voll mit coolen Gags und Bananen-Humor. Ob der Film dem Kultstatus der Minions gerecht wird, bleibt abzuwarten.



Spectre


Der neue Bond scheint erstmal nicht weiter außergewöhnlich, ein typischer Action-Streifen mit Explosionen, Autos, Anzügen und Frauen. Als Vertreter des Genres wird die Jagd auf die Terror-Organisation Spectre wohl keine neuen Aspekte des britischen Geheimagenten erwarten lassen. Hoffen lässt jedoch die starke Besetzung. Daniel Craig ist natürlich dabei und meiner Meinung auch die beste Bondbesetzung aller Zeiten. An der Seite des Briten stehen dieses Mal die Französin Léa Seydoux, die in "Blau ist eine warme Farbe" nicht nur ihren schönen Körper präsentierte sondern auch Talent bewies, und als Schurke der unvergleichliche Christoph Waltz, den wir in seinen Rollen als charmanten Monster und witzig deutschen Kopfgeldjäger aus den Tarantino-Filmen kennen und lieben. Das weckt einige Hoffnungen auf eine Performance jenseits des Popcorn-Kinos.



Avengers 2: Age of Ultron


Der Trailer begeistert. Erste Blicke auf Ultron. Zerstörte Städte und eine Roboter-Armee, die an Terminator erinnert. Die Fortführung der Hydra-Story aus "Captain America - The Wintersoldier". Scarlet Witch und Quicksilver. Alles unterlegt mit der sanften Musik von Pinocco und der blechernen Stimme einer Puppe, die sich von ihren Fäden befreit. Ein düsterer Ton und Steve Rogers' zerstörter Schild. Der erste Blick verspricht noch einmal einen Scheitdrauf zu legen, nach den Haufen passabler Marvel-Filme der letzten Zeit, von denen uns sicher mit "Captain America: Civil War" und "Ant-Man" auch weitere erwarten. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Hoffnungen erfüllen. Der Trailer stimmt jedoch optimistisch.


@LeO
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Freitag, 19. Dezember 2014

Die 5 besten Filme 2014. Eure Meinungen, Zustimmung/Ablehnung sind erwünscht

Die besten Filme 2014


5. X-Men: Days of the Future Past (X-Men: Zukunft ist Vergangenheit)

Ein Prequel-Sequel, das alle Enttäuschungen über Brad Ratners "X-Men: The Last Stand" ungeschehen macht, und den Cast der ursprünglichen X-Men-Filme mit den jüngeren Darstellern der Prequels zusammenführt. Grandiose Effekte, brillante Darsteller und Kameraführung und coole Mutanten. Für eine Comic-Verfilmung erstaunlich tiefe Charaktere und durchdachter Plot. Nun natürlich muss man alle Gedanken an Paradoxien im Zeitreise-Genre fahren lassen, aber Logik ist ja nicht alles. Irgendwie musste man der Reihe, die zusammen mit Spiderman Comic-Verfilmungen im Kino hoffähig machte, wieder auf Augenhöhe mit der Zeit bringen. Ein Film, den ich nicht bereut habe im Kino gesehen zu haben!






4. Dawn of the Planet of the Apes (Planet der Affen: Revolution)

2014 war das Jahr der Reboot-Fortsetzungen. Eine der gelungensten ist der Neustart von "Dawn of the Planet of the Apes". Hyperreales CGI gepaart mit Action und viel "Eye-Candy". Liebens- und hassenswerte Charakteren sowohl unter Menschen als auch unter Affen. Dieser Film erforscht die Möglichkeit einer Postapokalypse, diskutiert Technologie-Abhängigkeit und Vorurteile ohne sich in Zombie-Splatterorgien zu verlieren und stellt gleichzeitig die Fragen nach den Anfängen von Kultur, Moral und Gesellschaft. Der Plot bleibt glaubhaft ohne in hoch intellektuelle Sphären abzuheben. Gerne im Kino gesehen!





3. The Hunger Games: Mockingjay - Part 1 (Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil I)

Den dritten Platz macht die erfolgreiche Fortsetzung des "Hunger Games"-Reihe. Diese Entscheidung hat verschiedene Gründe. Einerseits ist die Verfilmung der ersten Hälfte des finalen Bandes von Suzanne Collins' eine wunderbare Studie über die Rolle von Medien in Totalitarismus und Krieg, die Darstellung der Entstehung einer Rebellion und Rekrutierung für eine Revolution und innere Zerrissenheit der Person, die mit ihren persönlichen Gefühlen zwischen den Fronten aufgerieben wird, mit sich selbst kämpft und zweifelt. Nicht zuletzt deswegen gelingt es Jennifer Lawrence Katniss Everdeen die charakterliche Tiefe zu geben, die in den Vorgängern fehlte, und ihre Qualität als Oscar-Preisträgerin unter Beweis zu stellen. Andererseits nervt der forcierte Cliffhanger, der die Handlung auf dem Scheitelpunkt der Spannung abbricht und mittlerweile Gang und Gebe geworden zu sein scheint in Hollywood. Das ist der Hauptgrund, warum Mockingjay 1 nur den dritten Platz auf dieser Liste schafft. Dennoch eine überaus gelungene Buchadaption mit einer starken und unabhängigen Heldin.

2. Captain America: The Wintersoldier (The Return of the first Avenger)

Die Entscheidung zwischen Platz 1 und 2 war schwer. Doch es kann nur einen geben. Ein Film, der mich besonders überrascht hat in diesem Jahr, war "Captain America 2". Ich war nicht im Kino, sondern habe ihn mir später als DVD gekauft und es nicht bereut. Denn eigentlich habe ich nie viel von der Comic-Version von Uncle Sam gehalten, als die Captain America erschaffen wurde. Doch Regisseur Anthony Russo gebraucht das Symbol des patriotischen Superhelden für eine tiefere Studie über die Welt nach 9/11 und die schwierige Natur von "Gut und Böse" in einer immer komplexer werdenden Welt. Statt hohles "Nazi-Bashing" wie im ersten Teil servieren uns Regisseur und Drehbuchautor einen durchdachten und mutigen Plot. Black Widow (Scarlett Johannson), Steve Rogers (Chris Evans) und Nick Fury (Samuel L. Jackson) bekommen die Gelegenheit sich als Charaktere weiterzuentwickeln. Dabei werden sie mit einem der besten Schurken konfrontiert, die uns die Marvel-Studios bisher geliefert haben. Nicht zuletzt sind Musik und Action-Sequenzen so perfekt choreographiert, das man sie nur genießen kann.

1. Guardians of the Galaxy

*Trommelwirbel* Ta-Da! Für mich war "Guardians of the Galaxy" der absolute Höhepunkt dieses Kinojahres. Seit dem ersten Trailer habe ich dem Start entgegen gefiebert, weil es mich an den brillanten Luc Besson und "Das fünfte Element" erinnerte. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ein farbenfrohes Kollektiv aus Anti-Helden auf einer Space-Odyssee und Suche nach dem Geheimnis hinter den "Infinity"-Steinen. Der knackige Soundtrack, das clevere Spiel mit Popkultur und Trivia kombiniert mit verrückten Ideen und einem erheiternden Humor. Alles verpackt in einem Paket aus beeindruckenden Kulissen, fantastischen Effekten und flüssigem Dialog.  - "Ich bin Groot!"

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Weitere Kandidaten

Aufgrund meiner knappen Studentenkasse konnte ich hier natürlich nicht alle Filme von 2014 unter der Prämisse behandeln sie gesehen zu haben. Deswegen kann ich kein standfestes Urteil präsentieren, auch wenn sie bei Kritikern und Publikum gut ankamen.


The Fault in Our Stars (Das Schicksal ist ein mieser Verräter)

Eine kraftvolle Liebesgeschichte über die Tragik der Krebskrankheit, die Suche nach Sinn und die Frage, was Glück eigentlich ist. Der Film hat viele gute Kritiken erhalten, ist mir aber leider entgangen.

Edge of tomorrow

Auch dieser grimmige Sci-Fi-Film hat gute Kritiken erhalten für seinen cleveren Umgang mit Zeitanomalien. "Täglich grüßt das Murmeltier" eingebettet in einen epischen Konflikt von Menschen gegen Aliens. Ein Film, den ich zur Laufzeit bewusst gemieden habe, weil ich Tom Cruise und sein Engagement für Scientology nicht leiden kann.




@LeO
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Mehr erfahren? 

-  X-Men




Montag, 15. Dezember 2014

Kritik: Der Hobbit III - Die Schlacht der fünf Heere (The Hobbit III - the battle of the five armies)



Das Filmjahr 2014 neigt sich dem Ende zu. Nach dem grandiosen neuen Panem und dem mäßigen aber unterhaltsamen Maze Runner ging es schließlich in den großen Blockbuster von Zack Snyder ... äh Peter Jackson.
Zwei Stunden in triefende Länge gezogene Dramatik, unterbrochen durch Schlachtenszenen und der ein oder anderen guten Sterbeszene in Mittelerde-Optik. Eine Zusammenstellung, die den Zuschauer eine erfrischende Werbepause herbeisehnen ließ. Da waren selbst Sucker Punch und 300 im Vergleich Filme mit tiefer Story. Und immerhin waren die blutiger.

Letztendlich kommt es mir so vor, als hätte Peter Jackson einen Sommer damit verbracht Starcraft, Warcraft und Diablo zu suchten. Da verbünden sich die bleichen Orks mit Zerg-Nydus-Würmern, fällt Gold aus zerschlagenen Tontöpfen und kämpfen Helden auf unterschiedlichen Karten ... äh Umgebungen gegen Diablo-Bossgegner. Nicht zu vergessen die Loot-Verteilungsdebatte am Anfang des Films oder die Szene, in der sich Thorin mit seinen inneren Dämonen konfrontiert sieht. Gut, eigentlich eine der wenigen wirklich starken Szenen dieses Fantasy-Hack&Slays ohne Blut, handelte es sich dabei nicht um ein Ripoff von Arthas' Aufstieg zum gefrorenen Thron, mit dem Warcraft 3 endete. Nebenbei läuft noch Dialog, der so schlecht ist, dass er von Wannabe-Shakespeare George Lucas hätte stammen können.
Andererseits musste er auch irgendwie die gefühlt verbleibenden 20 Seiten Buch in einen abendfüllenden Film aufblasen, aber das hätte man auch mit Charakterentwicklung oder zumindest mit mehr Smaug-Szenen machen können, der ein ziemlich kurzes und unrühmliches Ende wegen akuter Monolog-Krankheit fand. Was eine Verschwendung von Benedict Cumberbatch. 

Die Elben-Zwerg Beziehung wirkt immer noch lachhaft. Potenzielle Spannung kann gar nicht erst aufkommen, weil die Action-Szenen sich auf "Charaktere" fokussieren, von denen man aus der "Herr der Ringe" sowieso schon weiß, dass sie überleben werden. Die flotten Tode einiger der neuen erreichten da dann auch schon niemanden mehr. Nun gut sie kamen auch im Buch nicht vor. Greenscreen-Armeen gab es dafür reichlich, die CGI-Experten scheinen dabei auf eine Art Singularität gestoßen zu sein, denn die Größe und Zusammensetzung von Elfen-, Menschen- und Zwergenheeren wechseln von Bild zu Bild. Der letzte Rest Ernsthaftigkeit verblasst dann mit den dramatischen Befehlen von Heerführern auf Bergen, Gipfeln und Mauern, die unter keiner Biegung der physikalischen Gesetze auf dem Schlachtfeld hätten verstanden werden können. Oh, und natürlich werden unsere Helden wieder durch die Adler gerettet.

Allein die Auktion von Beutelsend am Ende brachte wieder ein wenig "Herr der Ringe"-Feeling in dieser Uwe Boll "Schlacht um Mittelerde - Das Game"-Verfilmung. Master Jackson ich hatte wirklich keine hohen Ansprüche, aber von einem Erste-Klasse-Regisseur hätte ich doch mehr erwartet, als ein auf FSK 6 getrimmtes Monsterschlachtfest ohne glaubhafte Charaktere oder Geschichte. 
Wer Fantasy liebt wird es sich trotzdem ansehen, auch wenn der Streifen meiner Meinung nach Geldmacherei ohne Seele ist. Immerhin wird das wohl fürs Erste der letzte Griff in die Taschen von Tolkienfans gewesen sein. Für künftige Fantasy bleibt nur zu hoffen, dass sich der frische Wind, den Game of Thrones ins Genre brachte, nicht wieder legt.

@LeO

Sonntag, 14. Dezember 2014

Create, don't hate - Neues Logo?


Am Freitag habe ich mich mal einer Idee gewidmet, die mir schon lange im Kopf herumging. Das ursprüngliche Profilbild von Tiresias ist ein Foto, auf das ich sehr stolz war ( - wohl deswegen weil es das einzige war, das in irgendeiner Weise Resonanz in der Öffentlichkeit auslöste). 
Geschossen habe ich es noch mit meiner alten Digi-Cam an einem Strand in England, wo ein Künstler Bronzestatuen von sich selbst aufgestellt hatte. Eine rostende Armee kupferner Männchen, die von der Promenade ins Meer zu gehen schienen. Seitdem hat sich viel geändert und ich frage mich, ob dieses Bild noch aktuell ist, um mich und meine Arbeit hier im Blog zu repräsentieren. Es ist immer noch ein nettes Motiv, das mir subjektiv gefällt, aber es sagt nicht wirklich etwas über den Inhalt dieses Blogs aus und ist qualitativ dann doch nicht wirklich attraktiv.
Also habe ich mich mal in die obskure Welt des "graphischen Design" eingearbeitet, viel geflucht und bin letztlich zu vier Entwürfen gekommen, mit denen ich einigermaßen zufrieden bin. Das hat wiederum die Folge, dass ich nun die Qual der Wahl habe und mich nicht wirklich entscheiden kann. Wahrscheinlich einer der Flüche des kreativen Seins. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen? Was gefällt euch, was gefällt euch nicht und warum? Bin über jedes Feedback erfreut, gerne auch per PN über Facebook, wenn ihr euch nicht öffentlich im Kommentar äußern wollt oder Anreize, Kritik und sonstiges zur Umgestaltung von Layout und Inhalt des Blogs :)
Über jede Unterstützung bei der Verbreitung meiner Inhalte und Vergrößerung des Leserpublikums bin ich natürlich auch sehr dankbar!

Version 1:


 Version 2:


Version 3:



Version 4:




Danke im Voraus für eure Unterstützung! @LeO

Freitag, 12. Dezember 2014

Gedankenwelten - Einführung

Gedankenwelten - Einführung



Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich noch mal etwas direkt über Religion schreiben werde in diesem Blog, weil sich in meiner Wahrnehmung durch das kreative Schaffen einiges verändert hat. Wer lange genug zurückblättert wird in diesem digitalen Buch sehr harsche Religionskritik finden, die aus Unverständnis hervorgeht. Eine Einbindung der Kirchen in den Staat, das missionarische Verhalten von verblendeten Anhängern und heuchlerische Moral gehe ich auch nach wie vor sehr scharf an, doch habe ich eine andere Einstellung zur Spiritualität entwickelt. Eine Evolution, die eng mit der Kreativität und meinem Privatleben zusammenhängt. Vorweg: Sie hat nach wie vor nichts mit dem personellen Gott der monotheistischen Religionen zu tun.
Die Reihe an Essays, die ich demnächst unter dem Titel "Gedankenwelten" hier im Blog veröffentlichen werde, behandelt die Dreiecksbeziehung von Rationalität, Spiritualität und Kunst und die Gründe, warum ich eine staatliche Organisation von Religion und das Konzept "Gott" als Urheber und Zentrum einer "höheren Moral" ablehne. 

Diese Diskussion ist auch ein wichtiger Bestandteil des Romans, an dem ich gegenwärtig arbeite. Ich werde dabei nicht trotzig deklarieren, sondern versuchen zu erklären und zu argumentieren mit Verweisen auf die Denker, die mich in diesem Entwicklungsprozess beflügelt haben. Hier in etwa grob der Ablauf:


    1. Einführung
    2. Organische Götter, Verbildlichung menschlicher Fehlbarkeit?
    3. Polytheismus. Von Helden und Göttern
    4. Monotheismus. Die Simplifizierung einer komplexen Welt
    5. Materialismus. Wenn man lange genug in den Abgrund sieht, starrt der Abgrund zurück
    6. Was ist Esoterik?
    7. Glaubenssysteme. Das Phänomen des Totalitarismus ...
    8. Einsteins Uhr
    9. Der Pfad der Kreativität
    10. Zusammenfassung

Dienstag, 9. Dezember 2014

Die Drachenprinzessin Tyria Brynnerscal :)



Meine Drachenprinzessin Tyria Brynnerscal. Bin nicht wirklich zufrieden mit der Skizze, aber es ist zumindest ein Start zur Visualisierung meiner immer komplexer werdenden Steampunk-Welt. "Femme Fatale" mit Fernsichtbrille, markanten Gesichtsnarben und verbrannten Unterarm. Es ist eine der Charaktere, deren Entwicklung mir in ihrer Komplexität am meisten Spaß gemacht hat.

Ihr Vater, der Fürst von Drachenwall, hat sie nach dem großen Krieg als Mündel in die Hauptstadt geschickt, um die vier Drachen, die Brynnerscal als Reparation abtreten musst, im Auge zu behalten. Dieser ist ein Abenteurer, Konservativer und Soldat, der durch sein Frauenbild mit der Tochter nicht viel anfangen kann. Ein Schmerz, der tief in ihr verwurzelt bleibt, den sie jedoch versucht zu überspielen.
Tyrias Mutter stammt aus der Kolonie Aendia, wo ihr Vater eine Zeit im Militärdienst verbracht hatte. In der patriachialischen Gesellschaft eckt die selbstbewusste und temperamentvolle Tyria im konservativen Klima oft an. Sei es durch die zahllosen Geschichten, die sie über ihre Narben in Umlauf brachte und ihr Benehmen, das nicht in hocharistokratischen Kreise passt, denen sie sich auch nie zugehörig fühlte. Zudem baut sie schnell eine lesbische Liebesbeziehung zu der Wahrsagerin Adela auf, die ihr tiefe Verbundenheit bringt aber auch weitere Konflikte mit der Intoleranz der Gesellschaft bringt (Oscar Wilde lässt grüßen!). Ihr ist das egal, sie kann den Druck ertragen. Schließlich steigt sie Tag für Tag erneut auf ihren smaragdgrünem Drachen Veraxa und erhebt sich in die Lüfte!

@LeO

Sonntag, 7. Dezember 2014

Kritik: American Hustle



Ein Film, von dem man gewiss viel erhoffte und der bei den Oskars leer ausging. Setting und Charaktere sind eine Hommage an Scorsese und die alten Crime - und Mafia-Filme der 70er.

Nun, dass er keine Oskars eingeheimst hat, will nichts heißen. Schon gar nicht in unserer heutigen Welt des gekauften Ruhms und dem falschen Gerede über die kapitalistische Moralität des amerikanischen Traums. An "Goodfellas" & Co will der Film sich gar nicht messen. Ziemlich buchstäblich frisiert David O. Russell die alte Zeit dennoch neu auf, versetzt seine Schauspieler zurück in die von Zigarettenqualm geschwängerten 70er  Jahre quasselnder Trickbetrüger und gibt ihr neue Akzente.

Irving Rosenfeld (Christian Bale) und Sydney Prosser/ Lady Edith Greensley (Amy Adams) lernten schon früh, dass "Überleben" oft nur auf Kosten anderer möglich ist. Eines Tages verheddern sich beide allerdings im Geflecht ihrer falschen Identitäten und finanziellen Betrügereien, als sie vom FBI-Agenten  Richie DiMaso (Bradley Cooper) entlarvt werden. Dieser entpumpt sich jedoch als Gejagter seiner eigenen Ambitionen und sie einigen sich auf einen Deal, um unschuldige Politiker für Bestechlichkeit hoch zunehmen.
Die sich steigernde Eskalation, die durch Bradley Coopers brillante Perfomance und der humorvoll lockeren Erzählung getragen wird, enthüllt die Idiotie hinter der Wettbewerbsgesellschaft und dem verkrampften Rennen nach Ruhm und Reichtum. Und was die Saat des Neids mit denen anstellt, die von dieser goldenen Welt träumen.

Bleibend in Erinnerung manifestiert sich die Szene als Irving Rosenfeld Richie DiMaso an einem gefälschten Bild die ganze kapitalistische Moral und die menschliche Gratwanderung zwischen leichtem Betrug und hartem ehrlich verdientem Aufstieg in einer Frage zusammenfasst: Wer ist der Meister? Der Betrüger, der das Original so perfekt kopierte, dass der Unterschied niemandem mehr auffiel und das Werk des Malers in Vergessenheit geriet, oder derjenige, der die Idee hatte?

Man kann dem natürlich widersprechen. Es ist nicht die Intention dieses Films moralisch anklagend zu sein, aber die Hybris, der Richie DiMaso am Ende zum Opfer fällt, sowie die tragische Rolle des Gutmenschen Carmine Polito, der sich in diesem Netz der Karrieristen und Betrüger verfängt, zeigen deutlich wie das eine zum anderen führen kann. Ein interessantes Bild gibt auch Rosenfelds depressive Frau Rosalyn, die Synonym für die innere Fäulnis des Luxus- und Karrierestrebens und gleichzeitig für die Verführung durch den Nervenkitzel des betrügerischen Erfolges steht. Die Welt ist nicht schwarz und weiß, auch unsere freiheitlich westliche Gesellschaft ist grau durchtrieben.
Dabei verzichtet der Film auf explizite Action, Gewalt oder erotische Szenen, baut allein auf die Emotionen und den fließenden ironischen Erzählstil. Dennoch gelingt es die Geschichte bildgewaltig zu transportieren mit packenden Dialogen, brillanter Kameraführung, einem einprägsamen Soundtrack und der herausragenden Perfomance der Schauspieler.

@LeO

Freitag, 5. Dezember 2014

Mein Name ist Bond ... James Bond?


Christoph Waltz (Inglourious Basterds, Django Unchained) ... und Léa Seydoux (Blau ist eine warme Farbe) in einem neuen Bond-Film?

Hört sich witzig und sexy an ... und sehr gut natürlich. Ich bin gespannt!

Habe ich was vergessen?

PS: Ach ja, Daniel Craig ist der beste Bond aller Zeiten und nun steinigt mich!

@LeO

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Kritik: The Mazerunner (Die Auserwählten im Labyrinth)


Es begann mit Harry Potter. J. K. Rowling und ihre Regisseure schafften es nicht nur ein funktionierendes Franchise aufzubauen, dass Kinder bis in das Erwachsenenalter in Buch und Film begleitete, sondern auch einen neuen Trend zu setzen, der das Mainstreamkino beherrscht. Die Geldquelle unseres Jahrhunderts bzw die Bereitschaft es für überteuertes Popcorn im Kino auszugeben liegt nun mal in den Taschen der 11-20jährigen.
Also klicken die Zahnräder in den amerikanischen Studios und die Maschinen der Produzenten suchen ständig nach neuem Futter. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. "Harry Potter", "Herr der Ringe", "Der Hobbit" und "Tribute von Panem" sind großes Kino mit einer ambitionierten Crew, die dahinter steht. Zumindest wenn man direkte Vergleiche mit den Büchern vermeidet.  Anderes funktioniert, weil es simpel und einlullend ist wie das "Twilight-Franchise" und all seine Ableger. Auch wenn es sich um schlecht konstruierten Plot und langweilige Charaktere handelt, die Regisseur fürs Teenie-Girlie-Publikum mit dem triefenden Butterstift der Romantik aufpeppte oder besser gesagt die Schwächen verschmierte.
Währenddessen eroberte sich das Fernsehen den Spielplatz für erwachsene Unterhaltung zurück. Diese Entwicklung bringt Vorteile und Probleme mit sich. Natürlich freut es den Zuschauer den Helden seiner Kindheit auf die Leinwand folgen zu können, doch die zwanghafte Franchise-Bildung tötete schon manchen guten Absatz.

Ein gutes Beispiel dafür ist "Die Auserwählten im Labyrinth". Ein Film, der stark beginnt und auch stark aufhört, zumindest wenn man es bei einem Ende belassen hätte, das nicht so krude ist und aus dem die Geldgier der Filmmagnaten spricht. Starke Anleihen an "Der Herr der Fliegen", ein clevere Sci-Fi-Neuinterpretation des altgriechischen Labyrinth-Mythos und Charaktere, die man mag und die glaubhaft von den jungen und - bis auf Thomas Brodie (Game of Thrones) - unbekannten Darstellern verkörpert werden.
Der grimmige Beton-Efeu-Look eines postapokalyptischen Videospiels - der mich mehr als oft an meine Universität erinnerte - gibt der Geschichte eine erfrischende Note, ohne dabei zu düster zu werden. Wie auch immer. Das scheint dem Regisseur gegen Ende zu Kopf gestiegen zu sein. Die Auflösung, die der Zuschauer sehnsüchtig erwartete und clever aufgebaut wurde, beginnt stark und endet verwirrend und enttäuschend.
Es wäre ein guter Film gewesen, wenn man ihn 10 Minuten eher hätte enden lassen. Zumindest meine Meinung nach, aber Kunst ist ja Geschmackssache.

@LeO

Sonntag, 30. November 2014

Buchkritik: His Dark Materials - Northern Lights ( Der goldene Kompass)



"His Dark Materials" ist eine Jugendbuchreihe vom britischen Autoren Philipp Pullman, die vor allem durch eine pointiert antiklerikale Haltung und einen hinterfragenden Blick auf kirchliche Weltkonzepte glänzt.

Das erste Buch "Northern Lights" befasst sich mit dem Mädchen Lyra Belaqua, das es - um ihren besten Freund und andere Kinder zu retten - mit den sogenannten Gobblern aufnimmt. Dabei handelt es sich um ein Ministerium im Korpus der Kirche, das Kinder entführt um an ihnen Experimente durchzuführen. Geleitet wird die Anlage von der verführerischen und charmanten aber genauso durchtriebenen Mrs. Coulter. Alles scheint mit dem mysteriösen "Staub" (orig. Dust) und Brücken in andere Welten zu tun zu haben. Lyra mit ihrem Alethiometer nimmt die Verfolgung auf, findet in Gyptern, Hexen, dem amerikanischen Aeronauten Lee Scoresby und dem gepanzerten Bären Iorek Verbündete auf der Reise in den hohen Norden.
Eine Reise, die vom Anfang in England bis zum Finale in Bolvangar und der Eisfestung der gepanzerten Bären Svalbard spannend dargestellt und liebevoll ausgearbeitet wird. Der Leser wird in die Handlung hineingezogen, als Lyra durch eine Verkettung von Umständen ein geheimes Treffen der Gelehrten vom Jordan College, dem Oxford in unserer Welt, belauscht. Wie das Mädchen will der Leser wissen, was es mit Lyras Onkel Asriel auf sich hat, mit der Aurora und dem Staub, der Gelehrte wie Kleriker ganz verrückt macht.
Der goldene Kompass ist eines der wenigen Jugendbücher, das sehr kritisch mit der klerikalen Komponente von Religion umgeht und gleichzeitig Ideen des "Steampunk", schamanistische Magie und parallele Universen einbindet. Pullman konzipierte die Geschichte als humanistischen Gegenentwurf zur christlichen Erweckungsmetaphorik in "Die Chroniken von Narnia" von C.S. Lewis und das ist ihm auch gelungen. Der Titel im englischen Original "His Dark Materials" ist eine Anspielung auf John Miltons episches Gedicht "Paradise Lost", das sich mit dem Teufel und dem menschlichen Sündenfall beschäftigt. Pullmans Intention war diesen Konflikt umzudrehen.
Im Vorwort zitiert er einen Kommentar William Blakes über das Gedicht Miltons: "The reason Milton wrote in fetters when he wrote of Angels & God, and at liberty when of Devils & Hell, is because he was a true Poet and of the Devil's  party without knowing it." - Der Grund, warum Milton in Fesseln schrieb, wenn er von Engeln und Gott sprach und in Freiheit, wenn vom Teufel und der Hölle ist, weil er ein wahrer Poet war und auf der Seite des Teufels stand ohne es zu wissen.

Die Welt, in der die Figuren leben, an sich ist schon faszinierend.  Zum einen tragen die Menschen ihre Seele nach außen sichtbar als Daemon mit sich, was auf die vorchristliche griechische Bedeutung des Wortes anspielt. Dort ist ein Daimon eine Kraft der Seele. Ein Geist, der eine warnende oder mahnende Stimme sein konnte, aber auch ein Verhängnis. Die Daemonen von Kindern besitzen im Buch die Fähigkeit sich in beliebige Formen zu verwandeln bis sie sich in der Pubertät in einer festen Form manifestieren. Die äußere Erscheinungsform dieser Wesen ist das Bild eines Tieres. Eine Idee, welche den griechischen Sinn des Wortes mit der schamanistischen Lehre um die Geisttiere verbindet. Visualisierung dieser Verbindung sind die Hexen um Serafina Pekkala und der Schamane Grumman, der sich im zweiten Band als John Parry herausstellt.
Eine nette ästhetische Idee ist zudem die magische Umbenennung von für uns trivialen Dingen wie Öl und Elektrizität, was die "fremde Nähe" dieser Welt und die Idee der Multiversen weiter ausschmückt.
Sprachlich ist das Werk um Längen nicht so stark wie etwa George R. R. Martins "A Song of Ice and Fire" (Das Lied von Eis und Feuer) oder Richard Adams' "Watership Down" (Unten am Fluss), was aber auch an der Entstehung liegen mag, da Pullman wie auch Stephen King ein Verfechter des "Einfach-Drauf-los-Schreibens" ist. Das muss nicht immer schlecht sein wie beide Autoren auch beweisen, führt aber mitunter zu Längen und Plot-Hängern.
Dennoch handelt es sich um eine gelungene Geschichte über das Erwachsen werden und das Erkennen der nicht ganz so einfachen Natur von Gut und Böse, die wichtige Botschaft in sich trägt.

@LeO

Donnerstag, 27. November 2014

Kritik: Tribute von Panem - Mockingjay 1



Die Panemreihe darf schon zwei gelungene, wenn auch nicht großartige Filme ihr Eigen nennen. War der erste Streifen qualitativ eher mittelmäßig - eine jugendgerechte holzige Teenagerromanze verpackt in eine Neumischung von "Battle Royal" und "The Running Man", zeigte sich die Fortsetzung "Catching Fire" schon deutlich tiefer und was Bild, Atmosphäre und Charaktere an ging entwickelter.



Mockingjay setzt diese Entwicklung fort und verpackt sie in einem intensiven und unterhaltsamen Film. Neben dem zentralen Beziehungsdreieck zwischen Peeta, Katniss und Gale gelingt es dem Film bedrückend ehrlich die Brutalität des aristokratisch-totalitären Kapitols darzustellen. Ohne die Integrität und Glaubhaftigkeit der Charaktere zu beschädigen oder in das Disney-Klischee der schönen Guten und hässlichen Bösen zu verfallen. 
Desweiteren werden philosophische und politische Fragen gestellt, die eher in die Tradition der "V wie Vendetta"-Verfilmung der Wachowski-Brothers fallen und untypisch für einen Mainstream-Film sind. Wie weit kann/muss man die eigene Integrität verraten, wenn man für eine gerechte Sache steht, aber mit einem übermächtigen und rücksichtslosen Feind konfrontiert ist. Der Streifen ist auch hier kompromisslos. Propaganda wird von Anfang an Propaganda genannt. Die entstehenden Filmchen entsprechen auch soweit dem Klischee, wenn man es mit dem Material von linken, rechten oder religiösen Extremisten vergleicht. Beschönigungen von einem heroischen Kampf für das Gute werden mit dem Schüren von Hass gegen das Böse verbunden. Als "Mockingjay" zieht Katniss Menschen sowohl aus dem Kapitol als auch aus den verschiedenen Distrikten an sich. Ein bewertendes Urteil wird nicht gefällt, die Entscheidung bleibt dem Zuschauer überlassen. 
Die Antworten des Kapitols sind ebenso eine Mahnung. Eine Aufforderung auch offiziellen Medien zu hinterfragen, aber nicht zu dämonisieren. Der gefangene Peeta wird als Waffe gegen die Rebellen instrumentalisiert und gezwungen sich öffentlich für das Kapitol auszusprechen. Informationen werden verschwiegen und Exempel durch Exekutionen, Bomben und Kugeln klar gestellt.
Der Film zeigt wie stark jeder Krieg nicht nur mit Feuer und Metall sondern auch mit Stift und Bild geführt wird. Die visuelle Verkörperung dieser Konflikte ist wohl die Regisseurin der Propaganda-Filmchen Cressida, deren Kopf auf einer Seite kahl geschoren und mit schwarzen Ranken tätowiert ist und deren blondes Haar auf die andere Seite gekämmt wurde. Die Grenze zwischen beiden Hälften markiert eine Art geflochtene Trennlinie. Die blonde Kaskade, die wie ein Vorhang über ihre nicht tätowierte Schulter fällt, steht für die Darstellung während der kahle Teil die Realität vertritt. Leben wird der Figur durch Natalie Dormer eingehaucht. Die Britin präsentierte ihren Körper bereits als Margaery Tyrell in HBO's "Game Of Thrones". Die Geschichte um den Mockingjay wirft uns in die graue Welt der Ideologien und ihre Verknüpfung mit Gewalt, Angst, Instrumentalisierung und Selbstaufopferung.


Mitten darin sehen wir wie Katniss zwischen den Fronten zerrissen wird. Endlich kann man Jennifer Lawrence ihr volles Talent ausschöpfen sehen, indem sie dem in den Vorläufern eher holzigen Charakter der Katniss Everdeen eine Tiefe verleiht, die emotional zerrissen und glaubhaft zu gleich wirkt. Das reicht von eher witzigen Szenen wie beim Dreh des ersten Propagandavideos für die Rebellen, als die Oscarpreisträgerin Jennifer Lawrence die schlechte Schauspielerin Katniss spielt, bis zu sehr emotionalen Szenen wie ihre Heimkehr in den zerstörten Distrikt 12, von dem nichts mehr als Trümmer und verbrannte Skelette übrig blieben. Auch der restliche Cast vereint abermals bekannte Namen. So verkörpert Donald Sutherland erneut den kompromisslosen Präsident Snow. Julianne Moore gibt ein überzeugendes Bild von dem farblosen Charakter der Anführerin von Distrikt 13 Coin und Philipp Seymour Hoffmann verleiht Plutarch Heavensbee einen überzeugenden Auftritt. Leider verstarb der Schauspieler vor Ende der Dreharbeiten und das Filmteam gedenkt seiner am Anfang der Credits.
Visuell wurde im Vergleich zu den Vorgängern abermals ordentlich aufgerüstet. Die Kamera fängt die Stimmungen der Charaktere und Bewegungen ein, sei es nun während Katniss' undGales Jagdausflug im stillen Wald, im zerstörten Distrikt 12 oder die bedrohliche Spannung während des Bombenangriffs auf Distrikt 13. Die Übergänge vollenden die düstere Emotionalität des Plots. Der einzige Kritikpunkt wäre für mich der Franchise-Cliffhanger der aus der Spaltung der Materials resultiert.

Andererseits eine gelungene Adaption von Suzann Collins Sci-Fi-Dystopie, die auch Stellung zu nach wie vor aktuellen politischen Bedrohungen nimmt.

Mittwoch, 26. November 2014

Jurassic World Trailer - Erste Eindrücke



Jurassic Park ist einer der Filme, die in Erinnerung geblieben sind und bei einer ganzen Generation von Jungen eine Obzession für Dinosaurier ausgelöst hat (Mich eingeschlossen). Auch wenn die Filme unnötigerweise stark von der Buchvorlage abweichen, sind sie immer noch sehenswert. Seit kurzem ist der Trailer für den angekündigten Jurassic Park 4, der unter dem Titel "Jurassic World" anlaufen soll. Der kleine Einblick macht Hunger auf mehr, auch wenn mir das CGI der Riesenechsen nicht wirklich gefällt. Da hätte ich mit dem Technikfortschritt bis heute mehr erwartet. Hoffentlich lässt niemand George Lukas ans Drehbuch :S

@LeO