Freitag, 27. Februar 2015

Vorausblick: Avenger 2 - Age of Ultron

Age of Ultron - Marvels Terminator?




Marvel besaß immer ein Fable für fiese Roboter und Nazi-Schurken in Comics. Das darauf basierende Kinoversum wächst mit jedem Blockbuster, den die Studios abliefern. Qualitativ sind dabei z.B. mit "Captain America - The Wintersoldier" und "Guardians of the Galaxy" sehr gute und eine Masse an passablen Filme, die man im Kino genießen und anschließend vergessen kann.

Scarlett Johansson als Black Widow (Quelle: Disney Presseservice)
Die "Avengers" gehen am 23.04.2015 in die zweite Runde. Joss Whedon nimmt sich abermals der Materie an. Mit gutem Popcorn-Kino hat Marvel vor einigen Jahren seine mächtigsten Helden - zumindest die, an denen sie noch die Reste besitzen - zusammenkommen lassen. Ein spontanes Projekt war das nicht. Die Handlung wurde mühevoll durch die Einzelfilme der Superhelden aufgebaut und konstant weiter entwickelt. Als Zuschauer fallen nicht nur Kameo-Auftritte Stan Lees und die ominösen Endcredit-Scenes ins Auge, sondern auch die Anspielungen und Kreuzverweise innerhalb des Marvel-Universums auf.

"Age of Ultron" setzt am Ende der Handlung von "Captain America - The Wintersoldier" an und steigt mit der Jagd auf die Geheimorganisation Hydra ein, die sich in S.H.I.E.L.D. breit gemacht hatte. Im Rahmen dieser Taten reaktiviert "Iron Man" ein geheimes Friedensprogramm und erschafft dabei die künstliche Intelligenz Ultron, der schließlich die Menschheit zu vernichten droht.

Aaron Taylor Johnson  und Elizabeth Olsen
(Quelle: Disney Presseservive)

Im Cast findet man die bekannten Gesichter aus dem ersten Teil in ihren prägnanten Rollen wieder:


Erster Blick auf Ultron
Man darf gespannt sein ...

@LeO
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- Der Wiki-Artikel
- "Age of Ultron" auf filmstarts.de
- Der ursprüngliche Ultron
-  "Supervillain-Background" von "watchmojo.com"
- Breakdown des Trailers durch "Emergency Awesome"
- "Honest Trailer" von "Screen Junkies" zu "The Avengers"

Dienstag, 24. Februar 2015

Kleine Bildbearbeitungsübung: Die Vögel

"Our good old friends, the birds!" - Eine Hommage an Alfred Hitchcock



Zwischendurch mal eine kleine Bildbearbeitungsübung zum Freistellen. Wer hat gesagt, dass das Krähen sind? Es war einmal eine Möwe.
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Sonntag, 22. Februar 2015

Kami Episode 2 :)

Kami 2 - Die Maske der Ordnung



Sind doch alle Ordnungen des Menschen darauf eingerichtet, daß das Leben in einer fortgesetzten Zerstreuung der Gedanken nicht gespürt werde.“
-Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Wie die Wellen eines Sturmtiefs drang der Lärm durch die Straßen. Es regnete Konfetti und Kamelle. Die Welt der Narren. Das Mädchen zog ihre rote Strickjacke enger um sich. Der frische Februarwind zog durch eine angeheiterte Menge.
Die Feier wirkte nach, nicht weiter. Sie hatte selten so viel getrunken wie letzten Abend. Der nächste Morgen forderte immer den Preis für die Flucht in den Alkohol.
Kopfschmerzen pochten am Rande ihres Bewusstsein, wohin sie durch die Bässe der Schlager verbannt wurden. Es würde bis zum Abend dauern bis sie wieder vernünftig essen konnte.
Ein älterer Mann hatte sich ein Kleid in Übergroße angezogen und winkte über eine grauhaarige Perücke in die Menge. Etwas drängte sie dazu, dem Trubel den Rücken zu kehren und nach hause zu ihrer Schwester zu gehen.
Es gab natürlich einen Grund zu bleiben und der trug einen Namen. Auf der Party hatte sie Claas getroffen. Ein kleiner Lichtblick in ihren Sorgen. Sie hatten gelacht und getrunken. Sie hatten sich geküsst.
Allerdings war sie sich ihrer Gefühle unsicher. Claas erinnerte sie ein wenig an ihren Ex. Ein Mann, der selbstbewusst war und eine magnetische Aura besaß. Doch das waren sie alle. Liebe war scheiße, denn sie konnte Menschen in Monster verwandeln.
Man könnte meinen, du hättest dich in Kostüme und Masken verguckt, Robin?”
Sie drehte sich um. Es fing an zu tröpfeln und sie zog die rote Stoffkapuze ihrer Jacke über das brünette Haar.
Vielleicht”, erwiderte sie lächelnd.
Sie blickte auf die Maske eines Wolfes. Kaum mehr als der Schatten eines bösen Wolfes, und sie wusste wer sich darunter verbarg. Zähne fletschten sich auf gehärteten Plastik.
Wenn man sie fragte, würde sie sich als Feministin beschreiben. Das änderte jedoch nichts daran, dass sie sich als Frau fühlte, die erobert werden wollte. Seit ihre letzte Beziehung in die Brüche gegangen war, zweifelte sie an ihrem Urteilsvermögen. Im Herzen waren alle Männer gleich. Claas nahm die Maske ab und enthüllte ein hübsches Gesicht. Er hatte dunkles Haar.
Ist etwas nicht in Ordnung?”, fragte er.
Umgeben von Piraten und Clowns, die Schlagern zujubelten, fühlte sie sich unwohl in ihrer Haut.
Ich glaube ich habe zu viel getrunken letzte Nacht”, sagte sie. “Sei mir nicht böse, aber ich werde nach hause gehen. Ich muss nachdenken … über uns.”
Oh … okay”, sagte Claas und zuckte mit den Schultern.
Sie umarmte ihn und er drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Dann band sich Claas die Wolfsmaske wieder um, winkte ihr zum Abschied und ging zu seinen Freunden.
Sie stand auf unnahbare Männer. Das Mädchen drängte sich durch die Menge und stand schließlich in einer verlassenen Seitenstraße. Die Stühle eines Cafés verteilten sich über raues Kopfsteinpflaster - durcheinander gewürfelt wie Scherben auf einer Mülldeponie. Eine grüne Plastiktüte mit einer Rose hatte sich in einem Dornbusch verfangen. Alles wartete darauf, dass der Frühling begann, doch er kam nicht.

Eine Krähe tat sich an den Überresten einer Schachtel zu schaffen. Die Stadt war die Karikatur eines Waldes. Sie dachte über Wölfe nach.

[...]

Das volle Dokument findet ihr hier zum Download, da mich Google keine PDF's hochladen lässt und ich euch keine 27 Seiten am Screen zumuten möchte. 

Falls jemand eine elegantere Lösung kennt, lasst es mich wissen. Ladet es euch herunter, druckt es euch aus und lasst mich wissen, ob es euch gefällt ;)

@LeO
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Freitag, 20. Februar 2015

Kritik: Jupiter Ascending

Star Wars 2.0, nur esoterischer ?




Über den neuen Streifen der Wachowskis kann man geteilter Meinung sein. Als Space-Opera funktioniert der Film, als Studie mit charakterlichem und philosophischem Tiefgang nicht.

Inhaltlich geht es um das Mädchen Jupiter Jones (Mila Kunis), das sich plötzlich in einem internen Machtkampf einer mächtigen außerirdischen Familie wiederfindet. Die Erben eines genetisch-industriellen Großreiches Balem (Eddie Redmayne), Kalique (Tuppence Middleton) und Titus (Douglas Booth) kämpfen um die Vorherrschaft. Als genetisches Duplikat der verstorbenen Mutter gerät Jupiter Jones schließlich zwischen die Fronten und muss sich durch ein Netz aus Intrigen, spätrömischer Dekadenz, Science-Fiction-Folklore und Offenbarungen winden. An ihrer Seite stehen die genetisch veränderten Krieger Caine (Channing Tatum) und Stinger (Sean Bean).


Aufnahme vom Jupiter, der im Film nicht nur als Name der Protagonistin eine große Rolle spielt (Quelle: Wikimedia)
Als Filmkenner merkt man sehr schnell, wohin ein Großteil des Budget geflossen ist. Die optischen Effekte sind beeindruckend. Atemberaubendes CGI trifft auf Sets und Kostüme, die mit Sci-Fi-Klassikern wie Star-Wars mithalten oder angesichts der technischen Möglichkeiten sogar übertrumpfen können. Man hat selten einen so flüssiges 3D erlebt, das die überwältigende Imposanz der Raumschiffe und futuristischen Umgebungen einfängt.

Was der Film in der visuellen Kunst umsetzt, fehlt an anderer Stelle in den Dialogen, den Charakteren und den Schauspielern. Ich möchte nicht meckern, aber der Film hätte deutlich besser gewirkt, wenn man die beiden Hauptrollen Jupiter Jones und Caine mit guten Schauspielern besetzt hätte. Außerdem klingen viele Dialoge gezwungen und die Charaktere entsprechen Klischees und überziehen diese teilweise sogar ins Lächerliche.

Die Wachowski-Geschwister bei einem Interview zu "Cloud-Atlas" (Quelle: Wikimedia)

Auch wenn der Film nicht an seine Vorbilder "Dune" und "Blade Runner" nicht einmal annähernd herankommt, vermittelt er doch einen breiten Grad an Intertextualität. Von esoterischen Bezügen zur Bibel und der griechischen Mythologie bis zum klassischen Außerirdischen der 50er Jahre wird alles irgendwie aufgegriffen. Zusätzlich gibt es gesalzene Kritik an kafkaesker Bürokratie und aristokratischem Kapitalismus.

Man erkennt viel Herzblut in diesem Projekt und die Liebe zum Detail, der Science-Fiction und der Mythologie, was "Jupiter Ascending" durchaus zu einem guten, aber nicht zu einem großartigen Film machen. Optisch ist es eine Weiterentwicklung des Wachowski-Stils, der schon in Cloud-Atlas erkennbar war, inhaltlich aber ein Rückschritt.

Matrix wird wohl noch eine Weile ihr Kronstück bleiben....

@LeO
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-  Jupiter Ascending auf filmstarts.de
- Urteil "Überfrachtet" auf diepresse.com
- Die Hintergründe

Montag, 16. Februar 2015

Das weiße Gold der Kelten

Eindrücke zur Keltenausstellung im Herner Archäologie-Museum



Ganz schön lange läuft sie jetzt schon im LwL-Museum der Archäologie in Herne. Ein Film entführt den Zuschauer in die Vergangenheit und die Methoden ihrer Rekonstruktion. Dann betritt man den Raum durch einen nachgebauten Bergwerksschacht und steht vor den Ausstellungsinseln.

Schaukästen umrunden die weiß-grau gestrichenen Gebilde, die man auch von innen begehen kann. Behandelt werden die beiden wichtigsten Fundstellen aus dem Hallstatt-Gebiet: Das älteste prähistorische Bergwerk, sowie das riesige Gräberfeld.


Das Leben der Salzbergleute wird in all seinen Facetten darzustellen. Das reicht von der Erklärung, warum es überhaupt Salzstöcke in den österreichischen Alpen gibt bis zur Effizienz der Arbeitsweise und den Essgewohnheiten der Kumpel. Die Vorstellung erscheint heute etwas seltsam Pestwurzblätter als Toilettenpapier zu verwenden oder Fleisch für den überregionalen Transport durch Pökeln haltbar zu machen.


Unter dem Motto 7000 Jahre Hallstatt, eine gelungene Reise in die Geschichte vor allem wenn man selbst da gewesen ist!

Samstag, 14. Februar 2015

Für den Liebster-Award nominiert?

Der Blogger und das Bloggen





Was ist der Liebster-Award?

Kein Preis im klassischen Sinne. Blogger nominieren sich untereinander und erhöhen so die Reichweite ihre Blogs und gewinnen neue Leser hinzu. Der Nominierte muss ein paar Fragen beantworten und neue Blogs nominieren!

Ich danke Kati Diermann von Katzenflieder für die Nominierung und los geht's!

Was thematisiert dein Blog?

Es brauchte seine Zeit bis ich klar umreißen konnte, was ich hier eigentlich machen wollte. Angefangen habe ich quasi als politisch/philosophisches Onlinetagebuch, das sich vor allem mit Religionskritik befasst hat. Seit einem Jahr begleitet der Blog meinen Fortschritt in meinem Steampunk-Romanprojekt "Das blinde Uhrwerk". Mittlerweile hat der Blog sein Ziel als Plattform für überwiegend Filmkritiken und eigene Arbeiten im kreativen Schreiben, Fotografieren und Zeichnen gefunden.

Wie lange existiert dein Blog schon?

Seit 2012.

Was tust du, um deinen Blog publik zu machen?

Ich bin in sozialen Netzwerken aktiv, peile eine hohe Qualität der Artikel an und arbeite mit Verlinkungen.

Verdienst du Geld mit deinem Blog? Wenn ja, wie?

Schön wäre es ... aber ich sehe es als Investition für eine mögliche Zukunft in Journalismus-Branche.

Wo siehst du deinen Blog in 4 Jahren?

Hoffentlich verbessert und mit mehr Leserreichweite!

Liest du gerne andere Blogs? Wenn ja, welche Themen interessieren dich?

Ich lese gerne andere Blogbeiträge, wobei mich vor allem kreativer und politischer Inhalt interessiert.

Fragst du dich manchmal wie das Leben als Buchautor oder Schriftsteller ist? Wenn ja, wie stellst du es dir vor?

Ich beschäftige mich viel damit. Das Problem in unserer heutigen Gesellschaft ist, dass Erfolg dabei ein Glücksfall bleibt. Daher verleiten einen alle Vorstellungen, die man sich in diesem Bereich zusammenschustern mag, zu einem eher romantisch verklärten Bild. Mir geht es bei meiner kreativen Arbeit eher um das Schreiben an sich.

Hattest du schon einmal eine Schreibblockade?

Ja, das ist nicht schön.

Wie viele Bücher im Jahr verschlingst du?

Seit ich angefangen habe selbst zu schreiben und zu studieren nur noch recht wenig abseits von wissenschaftlichen Artikeln und Büchern. Zu den letzten Büchern, die ich verschlungen habe zählen wohl "A Song of Ice and Fire" von George R. R. Martin, der mein eigenes Wirken stark beeinflusst hat, und "His Dark Materials" von Philipp Pullmann, das mein Interesse an Steampunk geweckt hat. Momentan lese ich "The Picture of Dorian Gray" von Oscar Wilde.

Wie viel Zeit braucht es zum schreiben eines Blogartikels?

Das kommt darauf an, wie viel Arbeit dahintersteckt. Fotoserien mache ich meist in einer halben Stunde fertig. Eine Kritik mit allen Referenzen und Formatierung nimmt 1-2 Stunden in Anspruch. Die Kami-Kurzgeschichten brauchen 1-2 Wochen.

Ist es dir wichtig, dass Leser deine Beiträge kommentieren oder "liken"?

Ich musste feststellen, dass der Leser in dieser Hinsicht eher ein scheues Tier ist. Ich stecke viel Aufwand in meine Artikel und natürlich würde es mir gefallen über Meinungen und Inhalte mit den Menschen, welche die Ansichten mitunter nicht teilen, zu diskutieren.
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Nominiert sind:

Thorsten Kueperpunk2012




Ludger Fenrir


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Meine Fragen an euch:

Was bewegt euch am meisten beim Lesen/Schreiben?

Über was bloggt ihr am Liebsten?

Wordpress oder blogspot?

Was ist euer Lieblingsfilm und warum?

Was ist euer Lieblingsbuch und warum?

Gibt es ein Ereignis in eurem Leben, dass euch in der Entscheidung beeinflusst hat zu bloggen?

Was haltet ihr von Marketing-Blogs?

Habt ihr ein großes Vorbild?

Warum bloggt ihr?

An welchen Ort würdet ihr am liebsten reisen?

Habt ihr einen Lieblingskünstler?

@LeO

Donnerstag, 12. Februar 2015

Kritik: Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (Orig. Birdman)

Don Quijote in der Filmindustrie




Endlich bin ich auch einmal dazu gekommen die viel gelobten und für die Oscars hochgehaltene Satire über das moderne Hollywood zu sehen. Das Meisterstück läuft leider nicht in allen deutschen Kinos und wie bei allen synchronisierten Realfilmen empfehle ich auch hier die Originalfassung in Englisch.

Inhaltlich entführt uns der Film in die abgewrackte Gedankenwelt des Superheldendarstellers Riggan Thomson (Michael Keaton), der eigentlich nur als Charakter-Schauspieler respektiert werden will Deswegen stellt er zusammen mit seinem besten Freund und ruchlosen Produzenten Jake (Zach Galifianakis) ein Broadway-Theater-Projekt auf die Beine, das ihn aus seinen existenziellen Zweifeln befreien soll.

Doch während die Uraufführung immer näher rückt, entwickeln sich auch immer neue Konflikte. Dabei setzen Thomson sowohl der arrogante Vollblutschauspieler Mike Shiner (Edward Norton) als auch die familiären Probleme mit der aus einer Auszugsklinik kommenden Tochter Sam (Emma Stone), der Freundin und Kollegin Laura (Andrea Riseborough) und der Ex-Ehefrau Sylvia (Amy Ryan) zu.

Regie führte Alejandro González Iñarritu genauso wie er auch das Drehbuch schrieb: Verrückt und mit einem unkonventionellen Erzählstil. Das ist sicher nicht für jedermann etwas, aber es funktioniert. 

Die Geschichte setzt weder auf Action noch auf billige Lacher, viel mehr wird der Zuschauer zum Nachdenken angeregt. Jedes Set ist bis aufs kleinste Detail durchdacht, jeder Dialog auf mehreren Ebenen interpretierbar. Sprache und Bild werden permanent ineinander gespiegelt.

(Quelle: 20th Century Fox - Presse-Service)

"Ich betrachte ihn als eine Art Don Quijote, dessen Komik aus dem Missverhältnis, dem permanenten zwischen seinen hohtrabenden Absichten und der trivialen Wirklichkeit, die ihn umgibt, entsteht. Im Grund ist es die Geschichte von uns allen." 
- Alejandro G. Iñarritu über seine Hauptfigur Riggan Thomson




Geeint werden die Bilder durch einen konstanten schwarzen Humor und einem philosophischen Grundton, der sowohl die triviale Popkultur unserer Tage als auch die hochintellektuelle Arthaus-Fraktion aufs Korn nimmt. Die Absurdität der Bildsprache ist dabei ein absolutes Highlight und meistert die Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Tiefe in jeder Szene aufs Neue. 

Das Ergebnis ist ein Streifen wahrer Kinokunst, ebenso wie eine bissige Satire auf Kulturkapitalismus in der Filmindustrie und die Überheblichkeit der bildungsaffinen Kulturkritik.

@LeO
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Dienstag, 10. Februar 2015

Helmut Seethaler, ein Kommentar

Helmut Seethaler - Österreichs Untergrund-Literat

(Quelle: Wikimedia)

Zetteldichter nennt sich der Familienvater Helmut Seethaler und er hat sich ein Ziel gesetzt: Triste Urbanität ist keine Lösung. Kunst muss im öffentlichen Raum präsent sein. 

Nach einem abgebrochenem Philosophie-Studium widmete er sich dieser Idee und verklebte Zettelgedichte an Laternenmaste, Bäume und Bauzäune der Wiener Innenstadt. Aphorismen und Gedankenlyrik, die dem Zweck dient die eigene Kreativität zu beflügeln und zum Nachdenken anzuregen. Ein respektables Anliegen möchte man als Hobbykünstler behaupten.

Die offiziellen Stellen in Österreich sind allerdings anderer Meinung. Seine Agenda handelte Seethaler 3300 Klagen und Gerichtsverhandlungen wegen Sachbeschädigung ein. Besonders die Beschriftung von Gehsteigen, Säulen und Bauzäumen nahmen ihm die Behörden übel. Typisch bürokratisch, humorlos ...

"Er sei 'Dichter, kein Täter'. Vergeblich: 'Der Tatbestand wurde erfüllt', hieß es."

Die Kontroverse machte ihn allerdings überregional bekannt und namhafte Literaten wie Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Robert Menasse fordern sogar den Literaturpreis für den Untergrund-Literaten Wiens. 
(Quelle: Wikimedia)
Ich jedenfalls halte so manchen Flecken Stadt für verschönerungsbedürftig und diesen Mann für mutig und unterstützenswert!

@LeO
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Sonntag, 8. Februar 2015

Vorausblick: Projekt Neuland ( Orig. Tomorrowland)

Tomorrowland




Der neue Film aus der Disney-Schmiede verarbeitet die alte menschliche Sehnsucht in eine andere Welt abzutauchen und verpackt sie in neuem Papier. Regie führte Brad Bird, der auch "Mission Impossible - Phantom Protokoll" und "Ratatouille" dirigierte.

Casey (Britt Robertson) in einer fremden Welt (Quelle: Disney)
Inhaltlich handelt es sich um eine Abenteuerreise durch fremde Dimensionen in Ort und Zeit. Das Schicksal (oder die Drehbuchschreiber) lässt die ungleichen Charaktere Frank (George Clooney) und Casey (Britt Robertson) in der alternativen Sphäre des Tomorrowlands aufeinandertreffen, um gemeinsam dessen Geheimnissen auf
den Grund zu gehen.

George Clooney wird dabei ein einstiges Wunderkind darstellen, das zum resignierten Wissenschaftler herangewachsen ist, während Britt Robertson mit ihrem Optimismus und ihrer Neugier das passende Gegenstück verkörpert.

Frank (George Clooney) mit Casey im Gespräch (Quelle: Disney)

Der Trailer vermittelte einen gelungenen Einblick, der aber nicht nicht viel vorweg nahm. In Zeiten, wo Trailer mehr oder weniger die Zusammenfassung der guten Szenen eines Blockbusters darstellen, auch ein erfrischendes Erlebnis. Es bleibt abzuwarten, ob sich die mysteriöse Präsentation auszahlt oder sich der Film nicht doch als eine Niete mit doppeltem Boden herausstellt.

Fakt ist, dass Disney nach der Dispersion des "Fluch der Karabik"-Franchises im - trotz Penelope Cruz - enttäuschenden und hohlen vierten Teil eine neue Hausmarke gut gebrauchen könnte. 

Nun ... der Film hat Clooney ("Oceans 11-13", "Männer, die auf Ziegen starren"), der Film hat eine interessante Idee, der Film zeigt im Trailer bereits beeindruckende Bilder. 

Ob er dieses Potenzial nutzt muss sich noch herausstellen. Filmstart ist der 28.05.2015!

@LeO
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- Tomorrowland auf filmstarts.de
- Tomorrowland auf Filmkinotrailer.com
-  Tomorrowland im dvd-forum


Freitag, 6. Februar 2015

Vorausblick: Kingsman - The Secret Service

Kingsman - The Secret Service



Bekannt geworden ist Matthew Vaughn durch seine brillante und unkonventionelle Verfilmung von Mark Millars Kick-Ass. Ebenso farbenfroh und mit schwarzem Humor, aber britischer präsentiert sich sein neuer Streifen, der am 12. März in die Kinos kommt.

Im Namen ihrer Majestät
Filmplakat (Quelle: Presseabteilung, Twentieth Century Fox)

Inhaltlich scheint es sich um eine typische Spionagefilm-Entourage zu handeln, die irgendwo zwischen "Bond", "Mission Impossible", "Mit Schirm, Charme und Melone" und deren Verballhornungen in "Austin Powers" und "Die nackte Kanone" anzusiedeln ist. 

Gary "Eggsy" Unwin ist ein Straßenkind und Schulabbrecher, der mit dem Spion Harry Hart zusammenstößt und die Gelegenheit erhält sein untergehendes Leben umzukrempeln. Während sich Eggsy den harten Aufnahmeprüfungen des "Kingsman"-Geheimdienstes stellen muss, geht Harry Hart dem Verschwinden mehrerer angesehener Akademiker, Wissenschaftler und Entertainer nach und trifft in seinen Ermittlungen auf den mysteriösen Tech-Billionär Richmond Valentine.

"We agreed we wanted to explore the origins of an elite spy, but focus on an unlikely candidate." - Mark Millar

Die Comic-Vorlage stammt aus der Feder von Mark Millar (Kick-Ass) und Dave Gibbons (Watchmen) füllte die Ladenregal im Februar 2012. Auch Matthew Vaughn, der die Verfilmung dirigiert, war schon früh in die Entstehung der Graphic-Novel involviert. So bestand er etwa auf dem britischen Grundton von Hintergrund und Geschichte, was letztlich auch Dave Gibbons begeisterte.

Der Film wartet mit skurrilen Charakteren und einer Reihe hochkarätiger Schauspieler auf. Darunter dürfen wir uns u. a. in der Rolle des Antagonisten Richmond Valentine auf Samuel L. Jackson (Pulp Fiction, Star Wars, Avengers) freuen. Die Rolle des Harry Hart wurde mit dem britischen Schauspieler Colin Firth (The King's Speech, Girl with a Pearl Earring) besetzt, während Gary "Eggsy" Unwin von Newcomer Taron Egerton verkörpert wird. 
In Nebenrollen sind desweiteren Michael Caine (The Prestige, Batman- The Dark Knight), Sofia Boutella und Sophie Cookson zu sehen.

Mal sehen, was uns hier erwartet ...

@LeO
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Sonntag, 1. Februar 2015

Vorausblick: Game of Thrones, Season V

All Men must die oder der Kampf mit der Ungeduld



So langsam gerät George R. R. Martin unter Druck, denn die HBO-Serie hat den Stand der Romane bald erreicht. Wie sagte er so schön? 

"I'm a slow writer under the delusion i could be a faster writer."

Nicht dass ich ihn nicht verstehen könnte - Mein Projekt geht auch nur langsam voran - , aber der immere Fan meint nur: "Ich brauche neuen Stoff!" und kann nicht anders. Das bekommt man eben, wenn man das letzte Buch mit einem überaus gemeinen Cliffhanger enden lässt ...

Nein, kein Spoiler-Alarm. Es heißt von Autorenseite, dass ein Fan bereits das Ende richtig erraten hat. Ich habe da meine Theorien, keine Ahnung ob ich richtig geraten habe. Vielleicht waren das aber auch nur Entzugsfantasien eines Schreibers über eines seiner größten Vorbilder in der Literatur.

Bis dahin wird man sich noch mit der ebenfalls brillanten TV-Verfilmung begnügen müssen. Auch keine schlechte Wahl. Der neue Trailer sieht auf jeden Fall nach etwas aus. Viele Szenen erkennt man aus den Büchern wieder und man kann dem Budget angesichts des internationalen Erfolgs buchstäblich beim Wachsen zu sehen.

Für alle weiteren "A Song of Ice and fire"-Fans habe ich mal ein paar Links zusammengetragen, falls ihr in das Rätselraten um das Ende der Reihe einsteigen wollt!

Valar Morgulis,

@LeO
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-  Interview mit dem Tagesanzeiger zu Serie und Buch
George R. R. Martin gibt zu, dass ein Fan das Ende erraten hat
George R. R. Martin im Google-Interview
George R. R. Martin, Higher Learning
George R. R. Martin und die Welt von Eis und Feuer

Paul

Paul - Ein Alien auf der Flucht




Ein Film von und mit den Machern der Cornetto-Trilogie Simon Pegg und Nick Frost aus dem Jahr 2011. Zwei Namen, die bekannt sind für Klamauk, aber auch für clevere Satire (Siehe "World's End"). 

Unter dem Regisseur Greg Mottola nehmen sie sich den Mythen um Area 52 an. "Paul" ist eine Persiflage der Filme um Invasionen zwischen kleinen grünen Männchen und Männern in schwarzen Anzügen, die für die Regierung arbeiten. Von Star-Wars bis E.T. finden sich eine Menge Anspielungen, die bei Sci-Fi-Fans für zusätzliche Lacher Sorgen.

Inhaltlich dreht sich der Film um die Flucht des titelgebenden Aliens Paul aus seinem Gefängnis in Area 52, wo er im Auftrag der Regierung durch Einfluss auf die Pop-Kultur - u.a. auf Steven Spielberg - die Menschheit auf den bevorstehenden Kontakt mit Außerirdischen vorbereiten soll. Ähnlich wie in "E.T.", an dessen Atmosphäre der Film sich stark orientiert, stellt sich Paul als freundlich und aufgeschlossen heraus. 

Nach einem Autounfall stößt Paul mit zwei britischen Nerds zusammen, die von der Comic-Con in San Diego aus eine Tour zu dem bekannten Ufo-Sichtungsplätzen machen wollten und eigentlich nicht damit gerechnet haben tatsächlich auf einen leibhaftigen Außerirdischen zu treffen. Paul flieht vor dem Militär, das ihn wegen seiner besonderen Fähigkeiten sezieren will. Die beiden Nerds und eine aufgegabelte Kreationistin, der Paul ihren Glauben nimmt, finden sich plötzlich in der Mitte einer wilden Verfolgungsjagd wieder.

Der Streifen zieht mit wohl platzierte Gags über die Romantisierung, zu der Spielberg-Filme neigen, und Verschwörungstheorien, die etwa in Akte X & Co immer wieder das Sci-Fi-Genre bestimmt haben, her. Paul hat viel mehr den Charakter eines Teenagers, der mit seiner lockeren Art sowohl die Verklemmtheit der beiden Nerds als auch die der kreationistischen "Hillbillys" herausfordert. Er raucht, trinkt und neigt zu krudem Humor.

So finden sich die Helden auf der Flucht vor religiösem Zorn, Regierungsagenten in schwarzen Vans und Rockern wieder, deren Auto die Nerds aus Versehen geschrammt hatte. Am Landeplatz des UFO's, das Paul heim bringen soll, kommt es schließlich zum großen Show-Down aller Parteien, der mit einer Überraschung und dem Kameo der Sci-Fi-Legende Sigourney Weaver aufwartet.

Das Ergebnis ist ein urkomischer Road-Trip über die Landstraßen Nevadas, ein gelungenes Statement gegen Rassismus und eine Satire auf evangelikalen Kreationismus und Hillbillytum  in den südlichen USA.

Die Originalvertonung ist allerdings eher zu empfehlen als die deutsche Synchronisierung ...

@LeO
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